Dermatologen kennen die gesundheitlichen Risiken ihres Berufs gut, vernachlässigen aber oft die eigene Vorsorge. Besonders das Melanomrisiko durch langjährige UV-Exposition und berufsbedingte Kontaktallergien (Latex, Desinfektionsmittel) sind relevante Gesundheitsrisiken. Regelmäßige Eigenuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen durch Kollegen sind empfehlenswert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dermatologen sollten mindestens einmal jährlich eine Ganzkörper-Hautuntersuchung durch einen Kollegen vornehmen lassen
  • Berufsbedingte Kontaktallergien frühzeitig identifizieren (Epikutantest, Allergiepass)
  • Augenärztliche Kontrollen bei starker UV-Exposition im Berufsalltag empfehlenswert

Ausführliche Antwort

Dermatologen sind durch ihren Berufsalltag häufig mit potenziellen Berufserkrankungen konfrontiert. Latex-Allergie und Typ-IV-Kontaktallergien auf Desinfektionsmittel oder Gummi-Inhaltsstoffe sind häufige berufsbedingte Erkrankungen. Frühzeitige Diagnostik durch Epikutantest und konsequentes Meiden des Allergens verhindert die Chronifizierung. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet Sicherheitsdatenblätter und Präventionsprogramme.

Für die eigene Hautkrebsvorsorge gelten für Dermatologen dieselben Empfehlungen wie für Patienten, aber mit dem Wissen um die berufliche UV-Exposition durch Behandlungslampen, Fototherapiegeräte und die allgemeine Tätigkeit. Eine jährliche Ganzkörperinspektion durch einen Kollegen (nicht durch den Arzt selbst, da blinde Flecken entstehen) ist Standard. Die Dokumentation auffälliger Muttermale über Fotosysteme (FotoFinder, molemax) erleichtert Verlaufskontrollen.

Darüber hinaus empfehlen sich für Dermatologen regelmäßige kardiologische und laborchemische Basis-Checks, da die körperliche Belastung durch langes Stehen, Bücken und repetitive Bewegungen muskuloskelettale Beschwerden fördern kann. Orthopädische Vorsorge und ein auf die berufsspezifische Belastung abgestimmtes Bewegungsprogramm ergänzen die Gesundheitsvorsorge sinnvoll.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Berufsbedingte Erkrankungen bei Dermatologen können zur Berufsunfähigkeit führen, z. B. wenn eine schwere Kontaktallergie die weitere Praxistätigkeit unmöglich macht. Ärzteversichert empfiehlt Dermatologen, bei Abschluss einer BU-Versicherung die berufsbedingte Allergieproblematik offen zu kommunizieren und einen Tarif zu wählen, der diese Risiken einschließt.

Quellen und weiterführende Informationen

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