Kardiologen wissen um die Bedeutung der kardiologischen Vorsorge besser als jede andere Berufsgruppe, vernachlässigen die eigene Prävention jedoch oft aufgrund hoher Arbeitsbelastung. Dabei sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache auch unter Ärzten. Eine regelmäßige Selbstuntersuchung und strukturierte kardiologische Vorsorge kann Leben retten und die Berufsfähigkeit erhalten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kardiologen sollten jährlich EKG, Belastungs-EKG und Echokardiografie durchführen lassen
- Risikofaktorenscreening (Blutdruck, Lipide, Nüchternblutzucker, HbA1c) mindestens alle zwei Jahre
- Herz-Kreislauf-Risiko-Score (ESC-Score) ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig berechnen
Ausführliche Antwort
Kardiologen unterliegen denselben kardiovaskulären Risikofaktoren wie ihre Patienten: Schichtdienst, chronischer Stress, unregelmäßige Mahlzeiten und Schlafmangel erhöhen das Herzinfarktrisiko messbar. Studien zeigen, dass Ärzte im Schichtdienst ein bis zu 40 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen. Trotz Fachexpertise suchen viele Kardiologen selbst seltener einen Kollegen auf als empfohlen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt für Risikopersonen ab 40 Jahren ein jährliches EKG zum Ausschluss stiller Arrhythmien sowie ein Belastungs-EKG alle zwei bis drei Jahre. Eine Echokardiografie alle drei bis fünf Jahre ist bei klinisch unauffälligen Befunden ausreichend; besteht eine familiäre Belastung für Kardiomyopathien, sollte sie früher und häufiger durchgeführt werden. Das Lipidprofil sollte nüchtern bestimmt werden, inklusive LDL, HDL, Triglyzeride und Lipoprotein(a).
Koronarer Kalzium-Score (CAC-Score) mittels CT ist eine sinnvolle Ergänzung für Kardiologen ab 45 Jahren mit intermediärem Risikoprofil, da er die Therapieentscheidung bei grenzwertigen Lipidwerten beeinflusst. Die effektive Strahlendosis liegt bei unter 1 mSv und ist damit vertretbar.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Kardiologen sollten nicht nur die eigene Vorsorge im Blick behalten, sondern auch ihre Berufsfähigkeit absichern. Ärzteversichert empfiehlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch bei Herzerkrankungen greift, und weist darauf hin, dass manche BU-Tarife für Kardiologen aufgrund des Berufsprofils Ausschlüsse für bestimmte kardiologische Erkrankungen enthalten können.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Vorsorge für Ärzte
- Bundesgesundheitsministerium – Herz-Kreislauf-Prävention
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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