Die Sportmedizin ist keine eigenständige Facharztbezeichnung, sondern eine Zusatzbezeichnung, die nach einer abgeschlossenen Facharztausbildung erworben werden kann. Dies eröffnet Ärzten verschiedenster Fachrichtungen die Möglichkeit, sich sportmedizinisch zu qualifizieren und ihr Tätigkeitsspektrum zu erweitern.

Hintergrund

Die Zusatzbezeichnung Sportmedizin wird von den Ärztekammern nach einer Weiterbildungszeit von 12 Monaten in einer anerkannten Weiterbildungsstätte vergeben. Voraussetzung ist zudem die Teilnahme an einem Einführungskurs (80 Stunden) sowie Kenntnisse in Sportwissenschaft und Leistungsdiagnostik.

Aufbauend auf der Zusatzbezeichnung bieten sich folgende Weiterentwicklungen an:

  • Sportkardiologie: Spezialisierung auf kardiovaskuläre Belastungstests und Sportherz-Diagnostik
  • Mannschaftsarzt-Tätigkeit: Betreuung professioneller Sportteams, häufig in Kombination mit Orthopädie oder Unfallchirurgie
  • Trainingstherapie und Rehabilitation: Kooperation mit Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern
  • Dopingprävention und Anti-Doping-Beauftragter: Zertifizierte Fortbildungen über NADA und DOSB

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Kombination mit Facharztbezeichnung nutzen: Orthopäden, Internisten und Allgemeinmediziner profitieren besonders von der Zusatzbezeichnung Sportmedizin und können ihre Abrechnung (GOÄ/EBM) gezielt erweitern.
  2. Haftpflicht für Sportveranstaltungen: Als Arzt bei Wettkämpfen oder Sportveranstaltungen sind Sie außerhalb Ihres üblichen Tätigkeitsbereichs tätig. Ärzteversichert prüft, ob Ihre Berufshaftpflicht diesen Bereich abdeckt.
  3. Fachgesellschaft nutzen: Der Deutsche Sportärztebund (DSÄB) bietet Kongresse, Zertifizierungen und ein Netzwerk für Sportmediziner.
  4. Niederlassung: Sportmedizinische Praxen sind wirtschaftlich interessant, erfordern aber spezifisches Equipment (Ergometrie, Spiroergometrie).

Quellen

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