Unfallchirurgen (Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie) sind in deutschen Krankenhäusern unverzichtbar. Neben der fünfjährigen Facharztausbildung bieten mehrere Schwerpunktweiterbildungen und Zusatzbezeichnungen erhebliche Karrieremöglichkeiten. Besonders gefragt sind Spezialisten für Wirbelsäule, Hand und Sportverletzungen.

Hintergrund

Die Musterweiterbildungsordnung sieht für Orthopäden und Unfallchirurgen folgende Schwerpunkte vor:

  • Spezielle Unfallchirurgie (2 Jahre): Vertiefung komplexer Traumatologie, polytraumatisierte Patienten
  • Spezielle orthopädische Chirurgie (2 Jahre): Endoprothetik, Wirbelsäuleneingriffe
  • Handchirurgie (eigenständige Zusatzweiterbildung, 2 Jahre): Sehr gefragt, gute Vergütung
  • Kinderorthopädie (Zusatzweiterbildung): Wachsender Bedarf durch steigende Sportunfälle bei Jugendlichen

Weitere relevante Qualifikationen:

  • AO-Kurse (Osteosynthese-Techniken): international anerkannt, verpflichtend für viele Stellen
  • ATLS-Zertifizierung (Advanced Trauma Life Support): Goldstandard in der Traumaversorgung
  • Zertifizierung als D-Arzt (Durchgangsarzt): Ermöglicht Bearbeitung von Berufsunfällen, lukratives Zusatzgeschäft

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. D-Arzt-Zulassung anstreben: Die Zulassung als Durchgangsarzt durch die Berufsgenossenschaften ist wirtschaftlich attraktiv und erfordert spezifische Qualifikationen und Praxisausstattung.
  2. AO-Kurse frühzeitig belegen: Diese international anerkannten Kurse verbessern Bewerbungschancen erheblich.
  3. Berufshaftpflicht regelmäßig prüfen: Operative Tätigkeiten, neue Eingriffstechniken und Gutachtertätigkeit können zusätzliche Deckungsbausteine erfordern. Ärzteversichert berät Sie individuell.
  4. Niederlassung mit Kassenärztlichem Vertrag: Orthopädische Praxen sind wirtschaftlich stark, erfordern aber Investitionen in Diagnostikgeräte.

Quellen

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