Palliativmedizin ist eines der Fachgebiete mit dem größten Wachstumspotenzial in Deutschland. Die alternde Bevölkerung, der politische Wille zum Ausbau der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für ein würdevolles Sterben schaffen einen dauerhaft hohen Bedarf an Palliativspezialisten.
Was das bedeutet
Zentrale Entwicklungen für Palliativmediziner:
- SAPV-Ausbau: Seit der gesetzlichen Einführung der SAPV im Jahr 2007 werden laufend neue Teams aufgebaut. Ärzte mit Palliativkompetenz werden für SAPV-Teams dringend gesucht.
- Stationäre Palliativstationen: Krankenhäuser investieren in Palliativstationen. Leitende Positionen sind oft gut vergütet.
- Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV): Hausärzte mit Palliativmedizin-Ausbildung übernehmen die Basisversorgung.
- Hospizwesen: Zertifizierte Hospize benötigen ärztliche Begleitung.
- Ethik und Advance Care Planning: Palliativmediziner sind gefragte Gesprächspartner bei Ethikberatungen und Patientenverfügungen.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Kursweiterbildung Palliativmedizin: Die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin wird nach einem 40-Stunden-Kurs und Tätigkeit in einer anerkannten Einrichtung erteilt. Kurse bieten DGP und Landesärztekammern an.
- SAPV-Team gründen oder beitreten: SAPV-Teams werden über Rahmenverträge mit den Kassen finanziert. Eine Beteiligung ist wirtschaftlich tragfähig.
- Berufshaftpflicht überprüfen: Palliativmedizinische Tätigkeiten, besonders die Einstellung von Betäubungsmitteln, sind in der Berufshaftpflicht explizit abzusichern. Ärzteversichert berät Sie zu entsprechenden Deckungsbausteinen.
- DGP-Kongress: Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin bietet jährliche Kongresse und ein umfassendes Fortbildungsprogramm.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
- Bundesministerium für Gesundheit: SAPV
- Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)
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