Fachärzte, die sich niederlassen oder eine Praxis übernehmen möchten, haben in Deutschland Zugang zu einer Reihe von Förderprogrammen. Die Förderlandschaft ist komplex und regional verschieden, weshalb eine individuelle Beratung unverzichtbar ist.
Was das bedeutet
Relevante Fördermittel für niedergelassene Fachärzte:
- Strukturfonds der KVen: Die meisten kassenärztlichen Vereinigungen unterhalten Strukturfonds, aus denen Niederlassungen in unterversorgten Gebieten gefördert werden. Förderbeträge zwischen 30.000 und 80.000 Euro sind möglich.
- Investitionskostenzuschüsse: Einige Bundesländer bieten direkte Zuschüsse für Praxisgründungen in Mangelregionen.
- KfW-Kredite für Heilberufe: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet spezielle Finanzierungsprogramme für Ärzte mit günstigen Konditionen (z.B. ERP-Kapital für Gründung).
- Steuerliche Vorteile: Praxisgründungskosten, Investitionen und Abschreibungen können die Steuerlast erheblich reduzieren. Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist in vielen Fällen ausreichend.
- Sicherstellungszuschlag: In besonders unterversorgten Gebieten zahlen die Krankenkassen erhöhte Vergütungen (Sicherstellungszuschlag nach §105 SGB V).
Praktische Hinweise für Ärzte
- Bedarfsplanung prüfen: Informieren Sie sich bei der KV, ob Ihr gewünschter Zulassungsbezirk eine offene Zulassung hat oder ein gesperrter Planungsbereich vorliegt.
- KfW-Förderprogramme kombinieren: ERP-Kapital für Gründung und ERP-Digitalisierung lassen sich kombinieren. Eine Hausbank berät zu den Antragsmöglichkeiten.
- Versicherungspaket für Neugründung: Bei der Praxisgründung müssen alle Versicherungen neu kalibriert werden. Ärzteversichert bietet ein Komplettpaket für Praxisgründer: Berufshaftpflicht, Praxisinhaltsversicherung, Berufsunfähigkeit und Praxisausfall.
- Steuerberater mit Arzterfahrung: Die erste Steuererklärung nach Niederlassung ist komplex. Holen Sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Strukturfonds
- KfW: Förderprodukte für Heilberufe
- Bundesministerium für Wirtschaft: ERP-Programme
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