Für Allgemeinmediziner sind Zusatzqualifikationen ein wichtiges Instrument, um das Leistungsspektrum zu erweitern, die Patientenzufriedenheit zu steigern und die wirtschaftliche Position der Praxis zu stärken. Die richtige Auswahl hängt von der Praxisstruktur, der Region und den persönlichen Interessen ab.

Hintergrund

Die lohnendsten Zusatzqualifikationen für Allgemeinmediziner:

  • Sonographie: Die Qualifikation in Abdomen-, Schilddrüsen- und Gefäßsonographie gehört zum Standard jeder gut aufgestellten Hausarztpraxis. Sie ist abrechnungsrelevant und verbessert die Diagnostik erheblich.
  • Palliativmedizin (Zusatzbezeichnung, 40 Stunden): Unverzichtbar für Hausärzte, die Patienten am Lebensende begleiten. Auch für die SAPV-Tätigkeit vorausgesetzt.
  • Sportmedizin (Zusatzbezeichnung): Eröffnet Privatleistungen (Sporttauglichkeit, Leistungsdiagnostik) und ermöglicht die Betreuung von Sportvereinen.
  • Suchtmedizinische Grundversorgung: Relevante Qualifikation für Substitutionsbehandlungen und Prävention. Abrechnungsfähig im EBM.
  • Naturheilverfahren/Homöopathie: Privatleistungen mit steigender Nachfrage, besonders in bestimmten Patientenmilieus.
  • Akupunktur: Nach EBM abrechnungsfähig für chronische Schmerzen (Kreuz, Knie). Erfordert eine zertifizierte Ausbildung.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Sonographie zuerst: Falls Sie die Qualifikation noch nicht haben, ist die Sonographie die wirtschaftlich attraktivste Zusatzqualifikation für Hausärzte.
  2. EBM-Relevanz prüfen: Nicht alle Zusatzbezeichnungen erhöhen die kassenärztliche Vergütung. Prüfen Sie vorab bei der KV, welche Leistungen abrechnungsfähig werden.
  3. Geräte ausreichend versichern: Sonographiegeräte und andere diagnostische Apparate erfordern eine Elektronikversicherung. Ärzteversichert kalkuliert den passenden Schutz für Ihre Praxisgeräte.
  4. DEGAM-Fortbildungskalender nutzen: Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) bietet einen umfangreichen Kurskalender für alle relevanten Zusatzqualifikationen.

Quellen

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