Anästhesisten verfügen über ein breites Einsatzspektrum und können durch gezielte Zusatzqualifikationen ihre Karrierechancen und ihr Honorarpotenzial deutlich verbessern. Besonders gefragt sind Qualifikationen in der Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Intensivmedizin als Schwerpunktbezeichnung erfordert eine zusätzliche Weiterbildungszeit von 18 bis 24 Monaten und eröffnet Leitungspositionen auf Intensivstationen
- Spezielle Schmerztherapie als Zusatzbezeichnung (160 Kursstunden plus praktische Erfahrung) erschließt die lukrative ambulante Schmerzpraxis mit Tagessätzen von 400 bis 800 Euro
- Notfallmedizin als Zusatzbezeichnung ist für Anästhesisten ein naturlicher Ergänzungsbereich und erfordert 80 Stunden Kurs und 24-stündige Notarzttätigkeit
Ausführliche Antwort
Anästhesisten sind durch ihre Facharztausbildung in kritischer Medizin, Beatmung und Pharmakologie ideal für die Intensivmedizin positioniert. Die Weiterbildung zum Schwerpunkt Intensivmedizin dauert 24 Monate an einer anerkannten Weiterbildungsstätte. Mit dieser Zusatzqualifikation sind Oberarzt- und Leitungspositionen auf interdisziplinären Intensivstationen erreichbar, die Gehälter von 12.000 bis 15.000 Euro brutto monatlich bringen können.
Die ambulante Schmerztherapie ist ein wachsender Markt, in dem niedergelassene Schmerztherapeuten mit kassenärztlicher Zulassung (GOP 30700 ff.) oder rein privatärztlich tätig sein können. Privatärztliche Schmerzpraxen erzielen bei einer Auslastung von 20 bis 25 Patienten täglich Jahresumsätze von 400.000 bis 800.000 Euro. Voraussetzung ist die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.
Für Anästhesisten, die nebenberuflich als Honoraranästhesisten tätig sind, empfehlen sich zudem Qualifikationen in der Regionalanästhesie und Ultraschalldiagnostik, da diese Techniken die Nachfrage nach Honorarkräften erhöhen. Ultraschall-gestützte Regionalanästhesie reduziert Komplikationsraten erheblich und ist heute Standard in modernen OP-Abteilungen.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Anästhesisten, die als Honoraranästhesisten tätig sind, benötigen eine eigene Berufshaftpflichtversicherung, die unabhängig vom Krankenhaus besteht. Ärzteversichert berät bei der Auswahl einer passenden Honorararztpolice und prüft, welche Zusatzqualifikationen versicherungsrelevante Änderungen des Tätigkeitsprofils bedeuten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Weiterbildungsordnung Anästhesiologie
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Schmerztherapie EBM
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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