Die Sportmedizin ist kein eigener Facharzt, sondern eine Zusatzbezeichnung, die auf einem abgeschlossenen Facharzt aufbaut. Für Sportmediziner lohnen sich ergänzende Qualifikationen vor allem in den Bereichen Prävention, Leistungsdiagnostik und Ernährungsmedizin.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Manuelle Medizin/Chirotherapie erleichtert die Behandlung von Bewegungsapparatproblemen
  • Ernährungsmedizin und Sportphysiologie sind gefragte Ergänzungen im Leistungssport
  • Notfallmedizin (ERC-Kurs) ist bei Teambetreuung im Wettkampfsport unverzichtbar

Ausführliche Antwort

Sportmediziner, die im Leistungs- oder Vereinssport tätig sind, profitieren besonders von einer Qualifikation in manueller Medizin oder Chirotherapie (Weiterbildungszeit: 320 Stunden). Damit können sie Bewegungseinschränkungen direkt behandeln, was das Tätigkeitsspektrum erheblich erweitert. Ergänzend dazu ist die Sportphysiologie, insbesondere Laktatdiagnostik und Spiroergometrie, ein Qualitätsmerkmal für Leistungsdiagnostik-Angebote.

Im Präventionsbereich gewinnt die Ernährungsmedizin an Bedeutung: Sportmediziner mit dieser Zusatzbezeichnung können als Berater für Sportvereine, Fitnessstudios und Unternehmen tätig werden und damit ein zweites Standbein aufbauen. Wer Reisemedizin (80-Stunden-Kurs der DTG) hinzufügt, kann Expeditions- und Hochleistungssportler auch auf Auslandsreisen begleiten.

Für die Praxis: Ultraschall-Grundkurs (DEGUM) für muskuloskelettale Bildgebung ist inzwischen Standard in modernen Sportarztpraxen. Die Kosten für Zusatzqualifikationen liegen zwischen 1.500 und 5.000 Euro pro Kurs, können aber als Fortbildungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Sportmediziner in der Betreuung von Profi- oder Leistungssportlern sind einem erhöhten Haftungsrisiko ausgesetzt, wenn bei Wettkampfeinsätzen Verletzungen entstehen oder übersehen werden. Ärzteversichert empfiehlt, den Deckungsumfang der Berufshaftpflicht ausdrücklich auf sportmedizinische Tätigkeiten und Wettkampfbetreuung auszuweiten.

Quellen und weiterführende Informationen

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