Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind ein wachsendes Beschäftigungsmodell für Ärzte in Deutschland. Die Anstellung im MVZ bietet Vorteile gegenüber der Niederlassung, hat aber auch Nachteile, die Ärzte kennen sollten.
Hintergrund
Vorteile der MVZ-Anstellung:
- Festes Gehalt ohne unternehmerisches Risiko
- Geregelte Arbeitszeiten (oft besser als in eigener Praxis)
- Keine Investitionen in Praxisausstattung notwendig
- Kollegiales Umfeld mit anderen Fachrichtungen
- Versorgungswerk-Beiträge weiterhin
Nachteile der MVZ-Anstellung:
- Geringere Einkommensobergrenze als bei Niederlassung (kein Liquidationsrecht)
- Eingeschränkte Eigenständigkeit in Behandlungsentscheidungen
- Abhängigkeit vom MVZ-Träger (Klinik, Investoren)
- Keine eigene Kundenbindung zum Patienten
Gehaltsvergleich: MVZ-Ärzte verdienen je nach Fachgebiet und Berufserfahrung zwischen 80.000 und 150.000 Euro brutto jährlich. Einzelne Fachrichtungen (Radiologie, Kardiologie) liegen höher.
Praktische Hinweise für Ärzte
- MVZ-Arbeitsvertrag anwaltlich prüfen lassen: Wettbewerbsverbote, Befristungsklauseln und Kündigungsfristen sollten von einem Fachanwalt für Medizinrecht geprüft werden.
- Berufshaftpflicht klären: Im MVZ ist die Berufshaftpflicht meist über den MVZ-Träger geregelt. Prüfen Sie die Deckungshöhe und ob persönliche Ergänzungen sinnvoll sind.
- Versorgungswerk-Befreiung bei MVZ prüfen: Auch im MVZ können Ärzte oft von der GRV befreit sein und ins Versorgungswerk einzahlen.
- Ärzteversichert berät angestellte MVZ-Ärzte: Als spezialisierter Makler analysiert Ärzteversichert den Versicherungsstatus angestellter MVZ-Ärzte und empfiehlt persönliche Ergänzungen.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: MVZ-Statistik
- Bundesärztekammer: MVZ und Arztrecht
- Marburger Bund: Gehalt angestellter Ärzte im MVZ
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