Die Berufshaftpflichtversicherung ist für jeden Arzt Pflicht und zugleich eine der wichtigsten Absicherungen im Berufsleben. Doch nicht jede Police bietet ausreichenden Schutz. Deckungssummen, Ausschlüsse und Regulierungsservice unterscheiden sich erheblich.
Hintergrund
Bei der Wahl der Berufshaftpflichtversicherung sind folgende Faktoren entscheidend:
- Deckungssummen: Mindestens 3 Millionen Euro je Schadensfall werden empfohlen, bei operativen Fächern oder Chefärzten besser 5 bis 10 Millionen Euro.
- Versicherungsumfang: Reine Behandlungsfehler, aber auch Aufklärungsmängel, Dokumentationsfehler und Assistenzfehler sollten abgedeckt sein.
- Nachhaftung: Nach Praxisaufgabe oder Tätigkeitswechsel muss der Versicherungsschutz für frühere Behandlungen weitergelten (claims-made vs. occurrence-Prinzip).
- Führende Anbieter im Markt: Ecclesia, Allianz, HDI, R+V und spezialisierte Makler wie Ärzteversichert arbeiten mit Spezialtarifen für medizinische Berufe.
Billigangebote ohne ausreichende Deckung können bei einem größeren Schadensfall zur persönlichen Insolvenz führen.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Deckungssumme fachspezifisch wählen: Chirurgen, Gynäkologen und Anästhesisten benötigen höhere Summen als Kollegen in risikoärmeren Fächern. Lassen Sie sich fachspezifisch beraten.
- Tätigkeitsprofil vollständig angeben: Nebentätigkeiten, Gutachtertätigkeit und Telemedizin müssen dem Versicherer gemeldet sein, sonst droht Leistungsfreiheit im Schadensfall.
- Nachhaftungsklausel prüfen: Achten Sie bei jedem Wechsel der Berufshaftpflicht auf ausreichende Nachhaftungszeiten für bereits behandelte Patienten.
- Unabhängige Beratung nutzen: Ärzteversichert vergleicht als spezialisierter Makler alle relevanten Anbieter und findet die Police, die zu Ihrer Fachrichtung und Tätigkeit passt.
Quellen
- Bundesärztekammer: Berufshaftpflicht
- Schlichtungsstellen der Ärztekammern
- GDV: Haftpflichtversicherung für Freiberufler
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