Budgetierungen sind ein zentrales Thema für niedergelassene Kassenärzte. Sie begrenzen die Gesamtvergütung je Quartal und können trotz hoher Patientenzahlen zu Honorarkürzungen führen. Eine kluge Praxisplanung und solide Absicherung sind daher essenziell.
Hintergrund
Folgende Budgetierungsformen sind für niedergelassene Ärzte relevant:
- Regelleistungsvolumen (RLV): Jeder Arzt erhält ein individuelles RLV, innerhalb dessen er Leistungen zum vollen Preis abrechnen kann. Darüber hinausgehende Leistungen werden mit einem Abschlag vergütet.
- Qualitätsgebundenes Zusatzvolumen (QZV): Für bestimmte Leistungen gibt es Zusatzvolumina, die an Qualitätsnachweise geknüpft sind.
- Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung: Die Kassen zahlen an die KVen eine feste Gesamtsumme, die auf die Ärzte verteilt wird.
- Budgetunterschiede je KV-Bezirk: Honorare und Budgets variieren stark zwischen den regionalen KVen. Eine Niederlassung in einer anderen KV kann wirtschaftlich sinnvoll sein.
Praktische Hinweise für Ärzte
- RLV-Auslastung überwachen: Verfolgen Sie monatlich Ihre Abrechnung gegenüber dem RLV. Praxisverwaltungssysteme bieten hierfür Auswertungstools.
- Leistungsportfolio anpassen: Prüfen Sie, welche Leistungen im RLV enthalten sind und welche als Selbstzahlerleistungen oder IGeL außerhalb abgerechnet werden können.
- Einkommensabsicherung planen: Schwankende Honorare erfordern eine solide Liquiditätsplanung. Ärzteversichert berät zu passenden Einkommenssicherungsprodukten.
- KV-Beratung nutzen: Jede KV bietet kostenlose Wirtschaftlichkeitsberatung für niedergelassene Ärzte an. Dieses Angebot sollten Sie regelmäßig nutzen.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Honorarsystem
- Bundesministerium für Gesundheit: Kassenärztliche Versorgung
- Marburger Bund: Honorarpolitik
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