Arztpraxen sind aufgrund ihrer sensiblen Patientendaten attraktive Ziele für Cyberangriffe. Ransomware, Datenlecks und Phishing-Attacken können den Praxisbetrieb lahmlegen und zu empfindlichen DSGVO-Bußgeldern führen.

Hintergrund

Folgende Risiken und Schutzmaßnahmen sind für Arztpraxen relevant:

  • Ransomware-Angriffe: Kriminelle verschlüsseln Patientendaten und fordern Lösegeld. Ohne Backups und Cyberversicherung drohen hohe Kosten und Datenverlust.
  • DSGVO-Bußgelder: Datenpannen müssen der Datenschutzbehörde innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden. Bußgelder können bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes betragen.
  • Cyberversicherung: Anbieter wie Hiscox, Allianz, AXA und ERGO bieten Cyberversicherungen für Arztpraxen an. Leistungen umfassen Krisenmanagement, Datenwiederherstell-Kosten und Betriebsunterbrechungsschäden.
  • IT-Sicherheitsstandards: Die KBV schreibt für Kassenärzte konkrete IT-Sicherheitsmaßnahmen vor (KBV-Richtlinie gemäß § 75b SGB V).

Eine Cyberversicherung zahlt nur, wenn grundlegende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden. Ohne aktuellen Virenschutz und Datensicherung greift der Versicherungsschutz oft nicht.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. IT-Sicherheitsgrundlagen umsetzen: Firewall, aktueller Virenschutz, regelmäßige Datensicherungen und Mitarbeiterschulungen zu Phishing sind Mindestanforderungen.
  2. KBV-Richtlinie einhalten: Als Kassenarzt müssen Sie die verbindlichen IT-Sicherheitsmaßnahmen der KBV umsetzen. Bei Nichteinhaltung drohen Honorarkürzungen.
  3. Cyberversicherung abschließen: Ärzteversichert vergleicht Cyberversicherungen für Arztpraxen und findet den Schutz, der zu Ihrer Praxisgröße und Ihrem Risikoprofil passt.
  4. Notfallplan erstellen: Definieren Sie im Voraus, was bei einem Cyberangriff zu tun ist: wen kontaktieren, welche Systeme abschalten, wie Patienten informiert werden.

Quellen

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