Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt Arztpraxen vor besondere Herausforderungen, da sie hochsensible Gesundheitsdaten verarbeiten. Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.

Hintergrund

Folgende DSGVO-Risiken sind für Arztpraxen besonders relevant:

  • Bußgeldrahmen: Die DSGVO sieht Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Für Arztpraxen sind Bußgelder von mehreren Tausend Euro realistisch.
  • Typische Verstöße: Ungesicherte E-Mail-Kommunikation, fehlende Einwilligungen für Patientenfotografien, nicht datenschutzkonformes Cloud-Hosting von Patientendaten.
  • Meldepflichten: Datenpannen müssen innerhalb von 72 Stunden der Aufsichtsbehörde gemeldet werden. Unterlassene Meldungen führen zu zusätzlichen Sanktionen.
  • Versicherungsschutz: Cyberversicherungen decken oft auch DSGVO-Bußgelder und Kosten für Datenschutzverletzungen ab.

Wichtig: Behördliche Bußgelder sind grundsätzlich nicht versicherbar. Versicherungen erstatten jedoch Kosten für Rechtsberatung, Krisenmanagement und Schadensersatzansprüche Dritter.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Datenschutzbeauftragten benennen: Ab bestimmten Praxisgrößen ist ein externer oder interner Datenschutzbeauftragter Pflicht. Viele Anbieter bieten externe Datenschutzbeauftragte für Arztpraxen an.
  2. Verarbeitungsverzeichnis führen: Dokumentieren Sie alle Datenverarbeitungsprozesse in Ihrer Praxis. Das ist DSGVO-Pflicht und schützt bei Prüfungen.
  3. Cyberversicherung mit DSGVO-Baustein: Ärzteversichert empfiehlt Cyberversicherungen mit explizitem DSGVO-Schutz, der Beratungskosten bei Datenpannen abdeckt.
  4. Mitarbeiterschulungen regelmäßig durchführen: Die meisten Datenpannen entstehen durch menschliche Fehler. Regelmäßige Schulungen reduzieren das Risiko erheblich.

Quellen

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