Disease-Management-Programme (DMP) ermöglichen niedergelassenen Ärzten zusätzliche Vergütung für die strukturierte Betreuung chronisch kranker Patienten. Gleichzeitig steigen die Dokumentationspflichten erheblich.
Hintergrund
Folgende DMP-Programme und Aspekte sind für niedergelassene Ärzte relevant:
- Verfügbare DMPs: Diabetes mellitus Typ 1 und 2, koronare Herzkrankheit, Asthma, COPD, Brustkrebs, chronische Herzinsuffizienz und Osteoporose.
- Vergütung: DMP-Patienten bringen eine zusätzliche Quartalspauschale. Die Höhe variiert je nach KV und DMP-Typ.
- Dokumentationspflichten: Für jeden DMP-Patienten muss ein strukturierter Dokumentationsbogen ausgefüllt und übermittelt werden. Dies kostet Zeit.
- Software: Alle gängigen Praxisverwaltungssysteme (TurboMed, x.isynet, Medistar) unterstützen die DMP-Dokumentation. Einige bieten automatische Qualitätszirkel-Auswertungen.
Empfehlenswerte Anbieter für DMP-Unterstützung: KV-eigene Beratungsdienste, auf Praxismanagement spezialisierte Unternehmen und DMP-Software-Anbieter.
Praktische Hinweise für Ärzte
- DMP-Eignung für Ihre Fachgruppe prüfen: Nicht jedes DMP passt zu jeder Fachrichtung. Besprechen Sie mit Ihrer KV, welche DMPs für Ihre Patientenpopulation sinnvoll sind.
- Dokumentationsaufwand kalkulieren: Bevor Sie DMPs einführen, kalkulieren Sie ehrlich den Zeitaufwand pro Patient. Der Mehraufwand sollte durch die Zusatzvergütung gedeckt sein.
- Qualitätszirkel nutzen: DMP-Teilnehmer können Qualitätszirkel besuchen, die CME-Punkte bringen und den Austausch mit Kollegen fördern.
- Versicherungsschutz bei DMP-Patienten: Die strukturierte DMP-Betreuung schafft Dokumentation, die im Haftpflichtfall hilfreich ist. Ärzteversichert berät zum Thema Dokumentation und Haftpflicht.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Disease-Management-Programme
- Bundesministerium für Gesundheit: DMP
- Bundesärztekammer: Qualitätssicherung und DMP
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