Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Gesundheitsfragen entscheidend, denn falsche oder unvollständige Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen. Für Ärzte mit Vorerkrankungen ist die Wahl des richtigen Anbieters besonders wichtig, weil die Risikoprüfung erheblich variiert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Anbieter wie Allianz, Münchener Leben und Swiss Life gelten als kulant bei der Risikoprüfung für Ärzte mit psychischen oder orthopädischen Vorerkrankungen
- Anonyme Voranfragen über einen unabhängigen Makler ermöglichen es, die Annahmebedingungen verschiedener Versicherer zu vergleichen, ohne den Antragsprozess zu belasten
- Die Gesundheitsprüfung fragt in der Regel die letzten 5 bis 10 Jahre ab; bei größeren Renten (ab 3.000 Euro monatlich) sind ärztliche Atteste oder ein Gesundheitszeugnis erforderlich
Ausführliche Antwort
Ärzte stehen bei der BU-Gesundheitsprüfung vor einem Dilemma: Einerseits kennen sie ihre gesundheitliche Vorgeschichte besser als der Durchschnittsbürger und neigen zu überkorrekten Angaben. Andererseits führen vorschnelle Angaben zu Ausschlüssen, die den Versicherungsschutz erheblich einschränken. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen anzeigepflichtigen Umständen (Erkrankungen, Behandlungen, Medikamente der letzten 5 bis 10 Jahre) und nicht anzeigepflichtigen Routineuntersuchungen ohne pathologischen Befund.
Die Risikoprüfung variiert stark zwischen den Anbietern. Für Ärzte mit psychischer Belastungsgeschichte (Burnout-Phase, Depressionen) nehmen manche Versicherer mit einem Ausschluss für psychische Erkrankungen an, andere lehnen den Antrag komplett ab. Swiss Life und Nürnberger Versicherung haben bei bestimmten psychiatrischen Vorerkrankungen vergleichsweise liberale Annahmerichtlinien. Die Qualität der Diagnose-Formulierung durch den behandelnden Arzt in der Krankenakte hat erheblichen Einfluss auf die Risikobeurteilung.
Anonyme Voranfragen bei 4 bis 6 Versicherern gleichzeitig sind die optimale Strategie, bevor ein formaler Antrag gestellt wird. Bei einem formalen Antrag, der abgelehnt wird, entsteht ein Eintrag im HIS (Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft), der bei künftigen Anträgen sichtbar ist. Anonyme Anfragen hinterlassen keinen solchen Eintrag.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzte sollten Gesundheitsfragen bei der BU niemals ohne fachmännische Begleitung beantworten. Ärzteversichert führt für Ärzte mit Vorerkrankungen kostenfreie anonyme Voranfragen bei mehreren Versicherern durch und analysiert, welcher Anbieter das beste Verhältnis aus Deckungsumfang und Prämie bietet.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BU-Versicherung
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft – BU Fakten
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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