Gynäkologen mit Geburtshilfe zählen zu den am höchsten haftpflichtversicherten Ärzten in Deutschland. Jahresprämien von 30.000 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Der Grund liegt in der hohen Schadenshäufigkeit und den extremen Schadenssummen bei Geburtsschäden mit lebenslangem Pflegebedarf.

Hintergrund

Geburtsschäden wie Hirnschäden durch Sauerstoffmangel können Schadenssummen von mehreren Millionen Euro erreichen, da Rentenzahlungen für lebenslange Pflege einkalkuliert werden. Die Berufshaftpflicht für Geburtshelfer muss daher mit sehr hohen Deckungssummen ausgestattet sein. Viele Versicherer haben sich aus diesem Segment zurückgezogen; der Markt wird von wenigen Spezialversicherern dominiert. In einigen Bundesländern gibt es staatliche Entschädigungsfonds für Geburtsschäden.

Praktische Hinweise für Ärzte

  • Prüfen Sie die Deckungssummen Ihrer Berufshaftpflicht: Mindestens 10 Millionen Euro je Schadensfall werden empfohlen.
  • Schließen Sie sich einer Gemeinschaftspraxis oder einem MVZ an, um Prämien durch Risikopoolung zu senken.
  • Informieren Sie sich über staatliche Entschädigungsfonds in Ihrem Bundesland.
  • Führen Sie eine lückenlose Dokumentation aller geburtshilflichen Maßnahmen.
  • Ärzteversichert unterstützt bei der Suche nach spezialisierten Berufshaftpflichtlösungen für Geburtshelfer.

Quellen

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