Für die Kfz-Versicherung von Ärzten gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für alle Privatpersonen. Besonderheiten ergeben sich jedoch bei der dienstlichen Nutzung des Fahrzeugs (Hausbesuche, Notarzt-Einsätze) und bei Ärzten, die ein Fahrzeug ihres Praxisbetriebs als Firmenfahrzeug nutzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Private Kfz-Versicherung genügt für rein private Nutzung, nicht für regelmäßige Praxisfahrten
  • Gemischte Nutzung (privat und beruflich): dienstliche Nutzung beim Versicherer anmelden
  • Notarzttätigkeit mit eigenem Fahrzeug erfordert spezielle Berücksichtigung in der Police

Ausführliche Antwort

Niedergelassene Ärzte, die ihr Fahrzeug für Hausbesuche, Praxisfahrten oder als Notarzt einsetzen, müssen den beruflichen Nutzungsanteil bei ihrer Kfz-Versicherung anmelden. Wird berufliche Nutzung verschwiegen, kann der Versicherer im Schadensfall die Leistung kürzen oder ganz verweigern. Der Unterschied zwischen "privater Pkw" und "Fahrzeug mit beruflicher Nutzung" schlägt sich in der Prämie nieder (in der Regel Aufschlag von 10 bis 20 %).

Für Ärzte, die ein Fahrzeug über ihre Praxis leasen oder als Betriebsvermögen halten, ist eine gewerbliche Kfz-Versicherung sinnvoll. Diese deckt auch Fahrten durch Praxismitarbeiter ab, wenn das Fahrzeug gemeinsam genutzt wird. Namhafte Anbieter für Gewerbepolicen sind HUK-Coburg, Allianz, AXA, ERGO und die Zurich. Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox ermöglichen eine schnelle Prämienübersicht, aber für spezifische gewerbliche Anforderungen ist ein direktes Versicherungsangebot vorzuziehen.

Notärzte, die mit dem eigenen Privatfahrzeug zu Einsätzen fahren (dienstlicher Auftrag), sollten prüfen, ob die eigene Kfz-Versicherung dieses Risiko abdeckt. In vielen Fällen übernimmt der Rettungsdienstträger bei Einsatzfahrten die Haftung, aber die Vollkaskoschäden können beim Fahrer hängenbleiben.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt, die Kfz-Versicherung im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Praxis- und Privatversicherungen zu überprüfen, um Doppelversicherungen und Lücken zwischen privater und gewerblicher Nutzung zu vermeiden.

Quellen und weiterführende Informationen

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