Künstliche Intelligenz verändert die medizinische Diagnostik grundlegend. KI-gestützte Systeme für Bildauswertung, Befundung und Risikoeinschätzung werden zunehmend in Arztpraxen eingesetzt. Dabei entstehen neue rechtliche und versicherungstechnische Fragen zur Haftung.

Hintergrund

KI-Systeme in der Medizin müssen als Medizinprodukte zugelassen sein und fallen unter die EU-MDR (Medical Device Regulation). Bekannte Anwendungen umfassen: KI-gestützte Radiologiebefundung, Hautkrebserkennung per Foto-App, EKG-Auswertung und ophthalmologische Screenings. Die Haftungsfrage ist noch nicht abschließend geklärt: Grundsätzlich bleibt der Arzt für die Diagnose verantwortlich, auch wenn er KI-Tools einsetzt. Eine sorgfältige Auswahl zugelassener, validierter Systeme ist daher unerlässlich.

Praktische Hinweise für Ärzte

  • Setzen Sie nur CE-zertifizierte und nach EU-MDR zugelassene KI-Diagnosesysteme ein.
  • Dokumentieren Sie den Einsatz von KI-Systemen in der Patientenakte und klären Sie Patienten auf.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Berufshaftpflicht KI-gestützte Diagnosen explizit abdeckt.
  • Holen Sie Rückmeldungen von Fachgesellschaften zu validierten Systemen in Ihrem Fachgebiet ein.
  • Ärzteversichert informiert über Versicherungsanpassungen bei Einführung digitaler Diagnosewerkzeuge.

Quellen

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