Medizinprodukteberater unterstützen Arztpraxen bei der Auswahl, Beschaffung und Wartung von Medizingeräten sowie bei der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen nach dem MPDG. Ein guter Berater spart Zeit und schützt vor kostspieligen Compliance-Fehlern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Qualifizierte Medizinprodukteberater kennen die MDR-Anforderungen und helfen bei der Geräteauswahl
  • Hersteller- und anbieterunabhängige Berater sind besonders empfehlenswert
  • Kosten für Medizinprodukteberatung sind als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar

Ausführliche Antwort

Ein Medizinprodukteberater im engeren Sinne ist nach § 75 MPDG eine Person, die Angehörige der Gesundheitsberufe über Medizinprodukte informiert und berät. Diese Rolle haben häufig Außendienstmitarbeiter von Geräteherstellern inne, die jedoch naturgemäß ein Interesse daran haben, die eigenen Produkte zu empfehlen.

Für Praxisinhaber, die eine neutrale Beratung suchen, sind unabhängige Praxisberater mit technischem Schwerpunkt oder spezialisierte Unternehmensberatungen für Heilberufe die bessere Wahl. Diese beraten bei der Geräteauswahl nach objektiven Kriterien (Leistung, Preis, Wartungsaufwand), helfen bei der Erstellung des Medizinproduktemanagements (MPM) und unterstützen bei der Umsetzung der Anforderungen für den Beauftragten für Medizinproduktesicherheit.

Zu bekannten Anbietern von Praxisberatung mit Medizinproduktschwerpunkt gehören MEDI-SERVICE, das Deutsche Institut für ärztliche Praxisberatung (DIAP) sowie spezialisierte Unternehmen wie MedTec Consult. Viele KV-Bezirke bieten ebenfalls kostenlose Erstberatungen zur Medizinproduktekonformität an.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Praxisinhaber sollten bei größeren Geräteinvestitionen einen unabhängigen Berater hinzuziehen, bevor sie sich an den Außendienst eines Herstellers wenden. Ärzteversichert empfiehlt, neue Medizingeräte unmittelbar nach Anschaffung der Praxisinhaltsversicherung zu melden.

Quellen und weiterführende Informationen

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