Praxis-Controlling gibt niedergelassenen Ärzten einen strukturierten Überblick über Einnahmen, Kosten und Rentabilität ihrer Praxis. Geeignete Softwarelösungen und Beratungsangebote helfen, wirtschaftliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Marktführende Lösungen kombinieren Praxisverwaltungssoftware mit Auswertungsmodulen und ermöglichen so ein kontinuierliches Monitoring der Praxiskennzahlen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Praxis-Controlling-Software ist in viele gängige Praxisverwaltungssysteme (z. B. Tomedo, Medistar, CGM Albis) integriert
  • Externe Unternehmensberater mit Schwerpunkt Heilberufe bieten tiefergehende Analysen und Benchmarks
  • Wichtige Kennzahlen: Umsatz je Behandlungsfall, Personalkosten-Quote, Overheadkosten pro Quartal

Ausführliche Antwort

Praxisverwaltungssoftware wie Tomedo, Medistar, Dampsoft oder CGM Albis bieten integrierte Auswertungsmodule, die Quartalsvergleiche, Honoraranalysen und Kostenstrukturen visualisieren. Diese Module sind in den meisten Abo-Modellen inklusive oder als Erweiterung buchbar. Für tiefergehende Controllinganalysen bieten spezialisierte Unternehmensberater wie Oberender und Partner, BPC Health oder Steria Mummert Consulting maßgeschneiderte Konzepte für Arztpraxen.

Ein professionelles Praxis-Controlling umfasst die monatliche Auswertung von Einnahmen nach EBM und GOÄ, die Analyse der Personalkosten (Richtwert: maximal 25 bis 30 Prozent des Praxisumsatzes), die Überprüfung der Raumkosten sowie die Liquiditätsplanung für das laufende und folgende Quartal. Benchmarks der KV, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ermöglichen einen Vergleich mit ähnlichen Praxen.

Wer keine eigene Buchhaltungskompetenz hat, kann Controlling auch an einen auf Heilberufe spezialisierten Steuerberater auslagern, der monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) erstellt.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt, das Praxis-Controlling nicht auf einmal jährlich beim Jahresabschluss zu beschränken, sondern monatliche Kurzauswertungen zu etablieren. Frühwarnsysteme für sinkende Fallzahlen oder steigende Personalkosten ermöglichen rechtzeitig gegenzusteuern. Die Verknüpfung von Controlling-Daten mit der Versicherungsplanung ist ein weiterer Schritt zu nachhaltiger Praxisführung.

Quellen und weiterführende Informationen

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