Nicht alle PKV-Tarife leisten gleichwertig bei ambulanter Psychotherapie. Für Ärzte und Akademiker, die Psychotherapie als Kassenleistung teils nicht zeitnah erhalten, ist eine umfangreiche PKV-Leistung bei Psychotherapie besonders wichtig. Hochwertige Tarife übernehmen auch Leistungen bei privaten Psychotherapeuten ohne Kassensitz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- PKV-Leistungen für Psychotherapie variieren stark: manche Tarife begrenzen die Sitzungszahl oder verlangen Vorleistungen
- Premium-Tarife übernehmen Psychotherapie bis zu 50 bis 100 Sitzungen pro Jahr ohne Voranmeldung
- Auf Anerkennung von Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierten Verfahren achten
Ausführliche Antwort
In der PKV sind Psychotherapieleistungen grundsätzlich erstattungsfähig, wenn ein Arzt oder zugelassener Psychotherapeut die Behandlung durchführt. Die Qualität der Leistungen unterscheidet sich jedoch erheblich: Standardtarife erstatten häufig nur Leistungen nach GOÄ-Ziffer 860 oder 861 und begrenzen die Anzahl erstattungsfähiger Stunden. Hochwertige Tarife übernehmen hingegen Leistungen privater Psychotherapeuten ohne Kassensitz sowie analytische und tiefenpsychologische Verfahren, die von manchen Versicherern ausgeschlossen werden.
Für Ärzte, die als Privatpatienten behandelt werden wollen, sind Tarife mit unbeschränkter Psychotherapie-Erstattung und langen Sitzungslimits (50 bis 100 Sitzungen pro Versicherungsfall) empfehlenswert. Zu den besten Anbietern für Psychotherapie-Leistungen in der PKV zählen Tarife der Allianz (ProMed), AXA (MED Best) und der Gothaer, wobei sich genaue Leistungsdetails häufig ändern und ein aktueller Tarifvergleich unerlässlich ist.
Bei der Beantragung von Psychotherapie in der PKV müssen in der Regel ein ärztliches Attest und ein Behandlungsplan des Therapeuten eingereicht werden. Manche Versicherer verlangen eine Voranmeldung beim Vertrauensarzt. Ärzte sollten vor einem PKV-Abschluss die Psychotherapie-Leistungen im Tarif explizit prüfen.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Psychische Erkrankungen sind bei Ärzten aufgrund hoher Belastung keine Seltenheit. Ärzteversichert empfiehlt, bei der PKV-Wahl besonders auf umfangreiche Psychotherapie-Leistungen zu achten und gleichzeitig eine BU-Versicherung abzuschließen, die psychisch bedingte Berufsunfähigkeit einschließt.
Quellen und weiterführende Informationen
- PKV-Verband – Tarifvergleich und Leistungen
- BaFin – Versicherungsaufsicht PKV
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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