Die Bewertung einer Zahnarztpraxis erfolgt nach ähnlichen Methoden wie bei anderen Arztpraxen, hat aber Besonderheiten: Der hohe Privatpatienten- und Selbstzahleranteil (GOZ-Leistungen) beeinflusst den Ertragswert erheblich. Spezialisierte Gutachter und Unternehmensberater für Zahnarztpraxen bieten professionelle Bewertungen an.
Hintergrund
Für die Zahnarztpraxisbewertung werden typischerweise folgende Methoden eingesetzt: das modifizierte Ertragswertverfahren (empfohlen von KZBV und BZÄK), das Substanzwertverfahren und Hybridmethoden. Der Privatpatienten- und Selbstzahleranteil ist bei Zahnärzten besonders relevant: Ein hoher Anteil an GOZ-Leistungen und Privatpatienten erhöht den Praxiswert erheblich. Ebenfalls wertbeeinflussend sind Spezialisierung (Implantologie, Kieferorthopädie, Ästhetik), Lage, Patientenstamm und Mitarbeiterstruktur. Die Kassenärztliche (Kassen-)Bundesvereinigung für Zahnärzte (KZBV) empfiehlt das Modell der Betriebswirtschaftlichen Bewertung. Für Zahnarztpraxen existiert eine Praxisbörse der KZBV. Kosten für eine professionelle Zahnarztpraxis-Bewertung liegen zwischen 2.000 und 8.000 Euro.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Beauftragen Sie einen auf Zahnarztpraxen spezialisierten Gutachter für eine professionelle Bewertung.
- Stellen Sie alle BWAs und EÜRs der letzten fünf Jahre für die Bewertung bereit.
- Dokumentieren Sie Privatpatientenanteil und Selbstzahlerleistungen als wertsteigernde Faktoren.
- Nutzen Sie die Praxisbörse der KZBV für die Nachfolgersuche.
- Lassen Sie die steuerlichen Aspekte des Praxisverkaufs von einem Steuerberater vorab prüfen.
- Ärzteversichert empfiehlt auf Zahnarztpraxen spezialisierte Unternehmensberater und Makler.
Quellen
- KZBV: Praxisbewertung und Praxisbörse
- Bundeszahnärztekammer: Praxisabgabe und Bewertung
- Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Zahnarzt-Praxiskauf
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