Chirurgische Praxen benötigen ein Praxisverwaltungssystem, das sowohl die GKV-Abrechnung nach EBM als auch die Privatliquidation nach GOÄ abbildet, OP-Termine verwaltet und OP-Berichte dokumentiert. Mehrere Anbieter haben speziell auf chirurgische Praxen ausgerichtete Module.
Das Wichtigste auf einen Blick
- CGM ALBIS, Turbomed und Medistar sind die meistgenutzten PVS in chirurgischen Praxen
- OP-Planung und Befunddokumentation sollten vollständig integriert sein
- Schnittstellen zu Kliniken für Verweisungen und Rückmeldungen sind wichtig
Ausführliche Antwort
Chirurgische Praxen haben besondere Anforderungen an das Praxisverwaltungssystem: OP-Terminierung mit Raumplanung, intraoperative Dokumentation, Entlassungsbriefe und Wundbehandlungsprotokolle müssen einfach erfassbar sein. Außerdem werden GOÄ-Kenntnisse für die Privatliquidation benötigt, da chirurgische Eingriffe häufig von Privatpatienten bezahlt werden.
CGM ALBIS ist in deutschen Arztpraxen weit verbreitet und verfügt über Module für Fachärzte aller Disziplinen. Turbomed bietet einen guten Kompromiss aus Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang. Für Praxen mit hohem Privatpatientenanteil ist ein integriertes GOÄ-Abrechnungsmodul mit Steigerungssatzverwaltung unverzichtbar.
Die Kosten für ein PVS liegen bei 1.500 bis 4.000 Euro im Jahr inkl. Wartung und Updates. Bei der Auswahl sollte auf die KBV-Zertifizierung (Telematikinfrastruktur-Anbindung) und auf den regionalen Support geachtet werden. Viele Anbieter ermöglichen 30-tägige Testphasen.
Worauf Chirurgen besonders achten sollten
Ein PVS mit Lücken in der OP-Dokumentation erhöht das Haftungsrisiko bei späteren Beschwerden. Ärzteversichert empfiehlt chirurgischen Praxen, Dokumentationsqualität und Versicherungsschutz gemeinsam zu überprüfen.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Zertifizierte PVS-Systeme
- Bundesärztekammer – Dokumentationspflichten
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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