Kardiologen benötigen ein Praxisverwaltungssystem (PVS), das neben der Standard-Praxisverwaltung auch die spezifischen Anforderungen der Kardiologie erfüllt: Integration von EKG-Geräten, Langzeit-EKG, Echokardiografie-Systemen sowie spezielle Abrechnungsmodule für kardiologische Leistungen nach EBM und GOÄ. Die Wahl des richtigen PVS hat erheblichen Einfluss auf die Effizienz und die Fehlerquote in der Abrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Führende PVS-Systeme für Kardiologen in Deutschland sind Medistar (für Fachärzte), T2med, Turbomed und Quincy, die alle kardiologische Module bieten
- Entscheidend ist die Zertifizierung des Systems für die Telematikinfrastruktur (TI) und die Kompatibilität mit den eingesetzten kardiologischen Geräten
- Kardiologische Praxen, die auch Schrittmachernachsorge durchführen, benötigen spezialisierte Softwaremodule für das Device-Management
Ausführliche Antwort
Bei der Auswahl des PVS für eine kardiologische Praxis sollten Ärzte die Integrationsfähigkeit mit Geräteherstellern wie Siemens Healthineers, GE Healthcare, Philips und Schiller prüfen. Viele dieser Anbieter haben standardisierte Schnittstellen (HL7, DICOM), die eine nahtlose Datenübernahme aus EKG-Geräten, Stressechos und Langzeit-Aufzeichnungsgeräten ermöglichen.
Für die kardiologische Abrechnung sind Kenntnisse der EBM-Kapitel 27 (Kardiologie), 36 (Belegärztliche Operationen) und der speziellen GOÄ-Ziffern für Echokardiografie und Koro-Angiografie erforderlich. Ein PVS, das diese Ziffern automatisch vorschlägt und auf Plausibilität prüft, reduziert Abrechnungsfehler erheblich.
Cloud-basierte PVS-Systeme bieten zunehmend Vorteile hinsichtlich Datensicherheit und Fernzugriff, müssen aber DSGVO-konform sein und dürfen Patientendaten nur in Deutschland oder der EU speichern.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ein PVS-Wechsel ist aufwendig und risikoreich in Bezug auf Datenmigration und Betriebsunterbrechung. Ärzteversichert empfiehlt, beim PVS-Wechsel auch die Cyber-Versicherung zu überprüfen, da IT-Systemwechsel häufig Phasen erhöhter Datenschutzrisiken schaffen.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Praxissoftware und PVS
- Bundesärztekammer – Digitalisierung
- GDV – Cyber-Versicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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