Radiologen benötigen ein Praxisverwaltungssystem (PVS), das nahtlos mit einem RIS (Radiologie-Informationssystem) und PACS (Picture Archiving and Communication System) kommuniziert. Reines Allgemeinmedizin-PVS ist für radiologische Praxen in der Regel ungeeignet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • PVS muss HL7- und DICOM-Schnittstellen zu RIS und PACS unterstützen
  • KV-Abrechnungsschnittstelle (KBV-zertifiziert) ist Pflicht für kassenärztliche Praxen
  • Cloudbasierte Lösungen gewinnen an Bedeutung, erfordern aber sorgfältige Datenschutzprüfung

Ausführliche Antwort

Führende PVS-Anbieter für Radiologen in Deutschland sind CGM MEDICO (CompuGroup Medical), Tomedo, x.isynet und Medistar. Diese Systeme verfügen über zertifizierte KV-Abrechnungsmodule, Schnittstellen zum KBV-Stammdatensatz und Anbindungen an gängige RIS/PACS-Lösungen wie Sectra, Synapse oder Visus. Die Telematikinfrastruktur-Zertifizierung ist für alle PVS in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Beim Systemwechsel oder Neukauf sollten Radiologen auf die DSGVO-Konformität, insbesondere die Serverstandorte bei cloudbasierten Systemen, achten. DICOM-Kompatibilität stellt sicher, dass Bilddaten aus allen Gerätetypen (CT, MRT, Röntgen, Sonografie) ohne Konvertierungsverluste verarbeitet werden können.

Die Kosten für ein radiologiespezifisches PVS liegen je nach Praxisgröße und Funktionsumfang zwischen 300 und 1.500 Euro monatlich (SaaS-Modell) beziehungsweise 20.000 bis 80.000 Euro für On-Premise-Installationen inklusive RIS/PACS. Wartungsverträge und Updates sollten in der Kalkulation nicht fehlen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Radiologen sollten beim PVS-Kauf vertragliche Regelungen zu Datensicherheit, Systemausfallzeiten und Support-Reaktionszeiten sorgfältig prüfen. Ärzteversichert empfiehlt, im Rahmen der Praxis-IT-Versicherung auch Betriebsunterbrechungsschäden durch Systemausfälle abzusichern.

Quellen und weiterführende Informationen

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