Urologen benötigen ein Praxisverwaltungssystem (PVS), das neben den allgemeinen Funktionen (Terminplanung, Abrechnung) auch fachspezifische Module mitbringt: Urodynamik-Dokumentation, Biopsie-Management, TRUS-Befunderfassung und die Anbindung an Laborschnittstellen für PSA-Werte.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Spezialisierte PVS-Module für Urodynamik, Biopsie und PSA-Verlauf sind bei urologischen Fachpraxen essenziell
- KIM-Anbindung für sicheren Befundversand und TI-Konnektortheilung seit 2024 Pflicht
- Angebote von Medistar, Turbomed, Tomedo und M1 med informatics bieten urologische Fachmodule
Ausführliche Antwort
Die urologische Praxis hat besondere IT-Anforderungen: Die Dokumentation urodynamischer Untersuchungen erfordert strukturierte Befundformulare, die in Standard-PVS oft fehlen. PSA-Verlaufskurven für die Krebsfrüherkennung müssen grafisch darstellbar sein. Biopsie-Dokumentationen mit Entnahmeort, Histologieergebnis und Nachsorgeplanung gehören zum urologischen Alltag und sollten datenbankgestützt vorliegen.
Bewährte PVS-Anbieter für Urologen sind Medistar, Turbomed (CGM) und Tomedo, die alle fachspezifische Erweiterungsmodule anbieten. CGM eHealth bietet zudem eine starke Telematikinfrastruktur-Integration. Die Einrichtungskosten für ein vollständiges PVS mit urologischem Fachmodul liegen bei 5.000 bis 12.000 Euro für Erstinstallation und Lizenz, zuzüglich monatlicher Supportgebühren von 200 bis 500 Euro.
Beim PVS-Wechsel oder der Ersteinrichtung sollte die Schnittstelle zum Laborsystem (z. B. für PSA, Urinstatus, Erregerresistenz) frühzeitig getestet werden. Ebenso wichtig ist die zertifizierte KIM-Anbindung für den sicheren Befundversand an Einsender und Hausärzte.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzteversichert empfiehlt Urologen, beim Wechsel des PVS die Cyber-Versicherung zu aktualisieren und sicherzustellen, dass Patientendaten während der Migration vollständig gesichert sind. Urologische Patientendaten (onkologische Verläufe, Biopsie-Ergebnisse) sind besonders sensibel und bei Datenverlust haftungsrechtlich relevant.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Praxissoftware
- Bundesgesundheitsministerium – Telematikinfrastruktur
- Bundesärztekammer – Datenschutz in der Praxis
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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