Jeder Arzt, der seinen Lebensunterhalt durch seine ärztliche Tätigkeit bestreitet, braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die ärztliche Tätigkeit ist untrennbar mit körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit verbunden: Ein Chirurg, der die Hände verliert, ein Radiologe mit fortgeschrittener Sehschwäche oder ein Psychiater mit eigener psychischer Erkrankung kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Die BU-Versicherung sichert das Einkommen in solchen Fällen ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Alle Ärzte, deren Einkommen von ihrer persönlichen Arbeitskraft abhängt, benötigen eine BU-Versicherung
  • Besonders gefährdet sind Ärzte mit manuell anspruchsvollen Tätigkeiten (Chirurgie, Orthopädie, Endoskopie)
  • Die Definition der Berufsunfähigkeit im Vertrag sollte auf die spezifische ärztliche Tätigkeit abgestellt sein

Ausführliche Antwort

Berufsunfähigkeit bei Ärzten kann verschiedene Ursachen haben: Burnout und psychische Erkrankungen (häufigste Ursache, 30 bis 40 Prozent aller BU-Fälle), Erkrankungen des Bewegungsapparates, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Unfälle. Die BU-Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn der Arzt seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.

Entscheidend ist die Definition der versicherten Tätigkeit. Im Vertrag sollte der tatsächlich ausgeübte Beruf so genau wie möglich beschrieben sein: nicht nur "Arzt", sondern "Facharzt für Orthopädie in eigener Praxis mit operativen Tätigkeiten". Je präziser die Tätigkeitsbeschreibung, desto geringer ist das Risiko, dass der Versicherer auf andere Tätigkeiten verweist, die der Arzt theoretisch noch ausüben könnte.

Für Ärzte im Versorgungswerk gilt: Das Versorgungswerk zahlt Berufsunfähigkeitsrente, jedoch meist nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit und nach langen Karenzzeiten. Eine private BU deckt die Zeit bis zum Versorgungswerk-Leistungseintritt ab und sichert bei partieller Berufsunfähigkeit.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt, die BU-Versicherung so früh wie möglich abzuschließen, idealerweise im Studium oder zu Beginn der Assistenzarztstelle. Zu diesem Zeitpunkt sind Beiträge am günstigsten und der Gesundheitszustand in der Regel am besten. Ein Vertragsabschluss mit Nachversicherungsgarantie sichert flexible Anpassungen bei Karrieresprüngen ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Quellen und weiterführende Informationen

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