Jede Arztpraxis, die medizinische Fachangestellte (MFA) oder Praxismanagerinnen beschäftigt, steht früher oder später vor der Herausforderung der Mitarbeitergewinnung. Angesichts des bundesweiten MFA-Mangels ist strukturiertes Recruiting kein optionaler Vorteil, sondern eine operative Notwendigkeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • MFA-Mangel betrifft über 60 % aller niedergelassenen Praxen in Deutschland (KBV-Daten 2025)
  • Online-Stellenanzeigen auf spezialisierten Plattformen (z. B. Medi-Karriere, Jobvector) erzielen bessere Ergebnisse als allgemeine Portale
  • Mitarbeiterempfehlungsprogramme und Ausbildungspartnerschaften mit Berufsschulen sind kostengünstige und effektive Strategien

Ausführliche Antwort

Die Gewinnung qualifizierter MFA ist für viele Praxen das drängendste Personalproblem. Laut KBV waren 2025 bundesweit mehr als 30.000 MFA-Stellen unbesetzt. Der Fachkräftemangel ist in ländlichen Regionen besonders ausgeprägt, aber auch Stadtpraxen haben zunehmend Schwierigkeiten, erfahrene MFA zu halten und neue zu gewinnen.

Bewährt haben sich folgende Strategien: Zunächst die Präsenz auf spezialisierten Gesundheitsstellenbörsen, die kostenpflichtig aber zielgerichtet sind (Anzeigenpreise 200 bis 600 Euro pro Inserat). Gleichzeitig können Kooperationen mit medizinischen Berufsschulen langfristig Nachwuchs sichern, indem die Praxis Ausbildungsplätze anbietet und die besten Auszubildenden direkt übernimmt. Erfahrungsgemäß bleiben Mitarbeiter, die in einer Praxis ausgebildet wurden, deutlich länger als Quereinsteiger.

Das Gehalt ist ein entscheidender Faktor: Das durchschnittliche MFA-Gehalt liegt laut Vergütungsreport 2025 bei ca. 2.300 bis 2.800 Euro brutto monatlich. Praxen, die 5 bis 10 % über Tarif zahlen, berichten von deutlich weniger Fluktuationsproblemen. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice (für administrative Aufgaben) sind weitere wichtige Bindungsfaktoren.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern, beim Stellenbesetzungsprozess auch an arbeitsrechtliche Absicherung zu denken. Eine Rechtsschutzversicherung mit arbeitsrechtlichem Baustein schützt bei Auseinandersetzungen rund um Einstellungen, Abmahnungen oder Kündigungen. Die Jahresprämie für einen solchen Baustein liegt bei ca. 150 bis 300 Euro.

Quellen und weiterführende Informationen

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