Ein Notgroschen ist für Ärzte in jeder Karrierephase unverzichtbar, denn unvorhergesehene Ausgaben, kurze Krankheitsphasen vor BU-Beginn oder plötzliche Investitionsbedarfe in der Praxis können die finanzielle Stabilität gefährden. Die empfohlene Höhe variiert je nach beruflicher Situation.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Angestellte Ärzte sollten drei bis sechs Nettomonatsgehälter als liquide Reserve halten
  • Niedergelassene Ärzte benötigen einen größeren Puffer von sechs bis zwölf Monatsumsätzen
  • Die Reserve sollte auf einem täglich verfügbaren Tagesgeld- oder Festgeldkonto liegen

Ausführliche Antwort

Für angestellte Ärzte dient der Notgroschen als Überbrückung bei unerwarteten Ausgaben oder bei kurzem Krankenstand. Da die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers maximal sechs Wochen beträgt, danach greift das Krankengeld der GKV oder Krankentagegeld der PKV, sollte eine Reserve von mindestens drei Nettogehältern vorhanden sein. Bei einem Assistenzarztgehalt von 3.000 Euro netto entspricht das 9.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto.

Niedergelassene Ärzte tragen ein deutlich höheres Liquiditätsrisiko: Quartalsschwankungen in der KV-Abrechnung, Personalausfälle, unerwartete Geräteanschaffungen oder ein vorübergehender Patientenrückgang können innerhalb weniger Wochen Engpässe erzeugen. Für Praxisinhaber empfiehlt sich daher eine betriebliche Liquiditätsreserve von mindestens drei Monatsumsätzen der Praxis, zusätzlich zu einer privaten Rücklage.

Die Reserve sollte auf einem separaten Tagesgeldkonto gehalten werden, das jederzeit verfügbar ist. Angesichts des Zinsumfelds 2026 sind Tagesgeldkonten mit 2 bis 3 % Zinsen eine sinnvolle Basis. Anlagen in Aktien oder Fonds eignen sich nicht als Notgroschen, da Kursschwankungen dazu führen können, dass der Puffer genau dann an Wert verloren hat, wenn er benötigt wird.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Viele Ärzte investieren ihr gesamtes freies Kapital in Altersvorsorge und Vermögensaufbau und vergessen die liquide Reserve. Ärzteversichert empfiehlt, den Aufbau des Notgroschens vor dem Start langfristiger Sparverträge zu priorisieren, da kurzfristige Engpässe sonst zu teuren Kreditaufnahmen zwingen können.

Quellen und weiterführende Informationen

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