Die Übernahme einer bestehenden Arztpraxis bietet gegenüber der Neugründung erhebliche Vorteile: ein eingespieltes Team, einen vorhandenen Patientenstamm und eine sofortige Kassenzulassung. Dennoch sind bei der Due Diligence viele Faktoren zu prüfen.
Hintergrund
Bei der Praxisübernahme wird zwischen dem Erwerb des Praxisvermögens (Asset Deal) und der Übernahme einer Gesellschaft unterschieden. In der Praxis dominiert der Asset Deal. Der Kaufpreis setzt sich aus Sachwert und Goodwill zusammen. Vor der Übernahme sollte eine umfassende Due Diligence erfolgen: Wirtschaftliche Kennzahlen der letzten 3 bis 5 Jahre, Patientenstruktur, Zustand der Geräte, laufende Verträge und mögliche Verbindlichkeiten.
Die Kassenarztzulassung des Vorgängers kann nicht automatisch übernommen werden. Der Nachfolger muss eine eigene Zulassung beantragen oder in ein MVZ eintreten.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Beauftragen Sie einen neutralen Gutachter für die Praxisbewertung vor der Kaufpreisverhandlung.
- Prüfen Sie sorgfältig, ob Verbindlichkeiten oder schwebende Haftungsansprüche aus alten Behandlungsfällen bestehen.
- Schließen Sie vor dem ersten Behandlungstag in der übernommenen Praxis eine eigene Berufshaftpflicht ab.
- Regeln Sie im Übergabevertrag, welche Altverträge (Mietvertrag, Geräteleasing) übernommen werden.
- Ärzteversichert begleitet Praxisübernehmer mit einem vollständigen Versicherungsübernahme-Check.
Quellen:
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