Eine private Rentenversicherung ist für Ärzte kein Muss, kann aber für bestimmte Gruppen eine sinnvolle Ergänzung zur Versorgungswerk-Rente darstellen. Die Entscheidung hängt stark vom angestrebten Rentenniveau und der steuerlichen Situation ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflichtmitglieder im Versorgungswerk erhalten im Rentenalter je nach Beitragszeit 2.000 bis 5.000 Euro monatlich, was für viele Ärzte allein nicht ausreicht.
  • Ärzte mit hohem Eigenkapital in Immobilien, ETF-Depots oder Praxis können auf eine private Rentenversicherung verzichten, wenn die Kapitalerträge das Rentenniveau ergänzen.
  • Steuervorteile einer Rürup-Rente (Basisrente) sind für selbstständige Ärzte mit Grenzsteuersatz über 42 Prozent besonders attraktiv.

Ausführliche Antwort

Angestellte Ärzte im Krankenhaus, die Pflichtmitglied im ärztlichen Versorgungswerk sind, zahlen je nach Bundesland 14 bis 15 Prozent ihres Einkommens ein. Bei einem Bruttogehalt von 8.000 Euro monatlich ergibt das rund 1.200 Euro monatlichen Beitrag. Die zu erwartende Versorgungswerk-Rente nach 40 Beitragsjahren beträgt rund 3.500 bis 4.500 Euro monatlich, was für viele Ärzte im Rentenalter nicht den bisherigen Lebensstandard sichert.

Eine private Rentenversicherung (fondsgebundene Rente, Rürup oder klassische Leibrente) kann diese Lücke schließen. Besonders attraktiv für selbstständige Ärzte ist die Rürup-Rente, da Beiträge bis zu 27.566 Euro jährlich (Stand 2025, Einzelperson) steuerlich absetzbar sind. Bei einem Grenzsteuersatz von 45 Prozent ergibt das eine Steuerersparnis von bis zu 12.400 Euro jährlich.

Ärzte mit bereits großem Immobilien- oder Wertpapiervermögen von über 500.000 Euro benötigen in der Regel keine zusätzliche private Rentenversicherung, da die Kapitalerträge das Versorgungswerk-Einkommen ausreichend ergänzen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt, vor Abschluss einer privaten Rentenversicherung die Gesamtversorgungssituation zu analysieren. Eine individuelle Rentenlückenberechnung unter Berücksichtigung von Versorgungswerk, Immobilienbesitz und Kapitalvermögen zeigt, ob eine zusätzliche Police tatsächlich sinnvoll ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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