Eine private Unfallversicherung ist für Ärzte dann sinnvoll, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung keine oder nur unzureichende Leistungen bei dauerhaften Unfallfolgen erbringt. Da die BU-Versicherung bereits das weitaus größere Risiko abdeckt, ist die Unfallversicherung für Ärzte vor allem als Ergänzung bei Freizeitunfällen und im Hinblick auf Invaliditätsleistungen relevant. Selbstständige Ärzte ohne gesetzliche Unfallversicherung benötigen sie zwingend.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pflichtversicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung besteht nur für angestellte Ärzte
- Niedergelassene Ärzte haben keinen gesetzlichen Unfallschutz und müssen privat vorsorgen
- Private Unfallversicherung sinnvoll als Ergänzung zu BU bei Freizeitunfällen
Ausführliche Antwort
Angestellte Ärzte sind über die Berufsgenossenschaft (BGW) gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Dieser Schutz gilt jedoch nicht für Freizeitunfälle. Wer selbstständig oder freiberuflich tätig ist, hat keinerlei gesetzlichen Unfallversicherungsschutz und sollte sich privat absichern.
Eine private Unfallversicherung zahlt eine einmalige Invaliditätssumme bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung nach einem Unfall. Typische Versicherungssummen liegen bei 200.000 bis 500.000 Euro bei 100 Prozent Invalidität. Für Ärzte mit einem hohen Einkommen und einer guten BU-Versicherung ist der Mehrwert relativ gering, sofern die BU-Rente auch bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit greift.
Besonders relevant ist die Unfallversicherung für Mediziner, die aktiv Sport treiben, häufig reisen oder Berufe mit erhöhtem Verletzungsrisiko ausüben, etwa in der Notaufnahme oder als Betriebsarzt mit Außendienst. Tagegeldleistungen ab dem ersten oder dritten Tag können den Einkommensverlust bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit abfedern.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Niedergelassene und selbstständige Ärzte sollten prüfen, ob ihre BU-Versicherung auch bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit greift. Wenn ja, ist die private Unfallversicherung primär als Freizeitabsicherung relevant. Ärzteversichert analysiert den individuellen Versicherungsbedarf und empfiehlt passgenaue Lösungen, die keine Lücken im Schutz hinterlassen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
- GDV – Unfallversicherung
- BaFin – Versicherungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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