Die Vermietung von Praxisräumen ist für viele Ärzte eine attraktive Möglichkeit, Immobilienvermögen aufzubauen und gleichzeitig die Praxisinfrastruktur zu finanzieren. Besonders relevant ist das Modell bei Ärzten, die ihre eigenen Praxisräume besitzen und teils an Kollegen vermieten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mieteinnahmen aus Praxisimmobilien sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG
  • Zwischen dem Eigentümer-Arzt und der Arztpraxis-GbR muss ein Fremdvergleich gelten
  • Eine Vermieterversicherung deckt Schäden durch Mieter, Leitungswassereinbrüche und Ausfallmieten ab

Ausführliche Antwort

Ärzte, die ihre Praxisräume in einer eigenen Immobilie betreiben, können das Gebäude privat oder über eine Holding-GmbH halten und an die Praxis-GbR oder -GmbH vermieten. Diese Konstruktion trennt Betriebs- und Privatvermögen und ermöglicht steuerliche Optimierungen durch Abschreibungen auf das Gebäude (AfA), die direkt gegen die Mieteinnahmen verrechnet werden.

Der Fremdvergleich ist entscheidend: Das Finanzamt akzeptiert Mietverträge zwischen nahestehenden Personen oder verbundenen Einheiten nur, wenn sie dem entsprechen, was auch ein fremder Dritter vereinbaren würde. Überhöhte Mieten, die nur der Gewinnverlagerung dienen, werden steuerlich nicht anerkannt. Eine Marktmiete, bestätigt durch einen Gutachter oder Vergleichswerte, ist hier empfehlenswert.

Neben der steuerlichen Seite ist die Vermieterseite versicherungstechnisch zu bedenken: Eine Wohngebäude- oder Gewerbeimmobilienversicherung schützt vor Schäden am Gebäude. Eine Mietausfallversicherung deckt das Risiko ab, wenn Mieter nicht zahlen oder die Räume wegen eines Schadens nicht genutzt werden können.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte, die Praxisräume an Kollegen oder andere Mieter vermieten, sollten schriftliche Mietverträge mit klaren Regelungen zu Instandhaltung, Nebenkosten und Kündigung schließen. Ärzteversichert empfiehlt, die Vermieterrisiken mit einer auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Versicherung abzusichern.

Quellen und weiterführende Informationen

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