Die Facharztprüfung für Kardiologie (als Teil der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie) ist eine mündliche Prüfung vor der zuständigen Ärztekammer, die nach mindestens 6 Jahren Weiterbildungszeit abgelegt werden kann. Die Vorbereitung erfordert die systematische Wiederholung von Grundlagen und aktuellen Leitlinien sowie die Reflexion der eigenen Praxiserfahrung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Weiterbildungszeit beträgt nach MWBO 2018 insgesamt 6 Jahre (davon 3 Jahre Basisweiterbildung Innere Medizin, 3 Jahre Kardiologie)
  • Die Prüfung wird als mündlich-praktische Prüfung vor einem Prüfungsausschuss der Landesärztekammer abgelegt
  • Kernthemen: Echokardiographie-Interpretation, EKG-Auswertung, Herzinsuffizienz-Leitlinien (ESC Guidelines), akutes Koronarsyndrom, Arrhythmiemanagement

Ausführliche Antwort

Kardiologen in der Weiterbildung sollten die Vorbereitung auf die Facharztprüfung strukturiert angehen. Wichtigste Primärquelle sind die Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC), die alle 3 bis 5 Jahre aktualisiert werden und den aktuellen Standard für Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Vorhofflimmern und weitere Erkrankungen definieren. Zusätzlich sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) relevant, die nationale Besonderheiten (z. B. GOÄ-Abrechnung, EBM) berücksichtigen.

Für die praktische Vorbereitung ist es wichtig, alle geforderten Eingriffszahlen und Befundungsleistungen vollständig nachzuweisen: Mindestanzahl an Echokardiographien, Belastungsuntersuchungen, Herzkatheterprozeduren und Rhythmologieeingriffe sind in der Weiterbildungsordnung dokumentiert. Ein vollständiges Weiterbildungsbuch (Logbuch) ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.

Zur inhaltlichen Vorbereitung bieten kardiologische Repetitorien (z. B. als Präsenz- oder Online-Kurs) eine gute Übersicht. Intensivkurse über 2 bis 5 Tage, angeboten von Universitätskliniken oder der DGK, rekapitulieren EKG-Auswertung, Echokardiographie, Devicetherapie (ICD, CRT) und interventionelle Kardiologie kompakt. Karteikartensysteme mit Falldiskussionen und EKG-Trainings-Apps (z. B. ECG-Trainer) sind für die täglich genutzte Selbstlernphase geeignet.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte in der Weiterbildungsphase sind oft unzureichend versichert: Die Berufshaftpflicht des Arbeitgebers greift für angestellte Assistenzärzte zwar im Regelfall, aber für Nebentätigkeiten, CME-Kurse oder Gutachtertätigkeiten nicht immer. Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen in Weiterbildung, frühzeitig eine eigene Berufshaftpflicht zu prüfen und die BU-Versicherung spätestens mit Beginn der Weiterbildung abzuschließen.

Quellen und weiterführende Informationen

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