Im Praktischen Jahr (PJ) sind Medizinstudierende über das Ausbildungskrankenhaus und die Universität in der Haftpflicht abgesichert. Dennoch gibt es Versicherungslücken und Vorbereitungsmaßnahmen, die PJ-Studierende kennen sollten, bevor die klinische Phase beginnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Krankenversicherung: Studentenstatus ermöglicht bis 25 Jahre günstige GKV-Familienversicherung oder studentische Pflichtversicherung
- Haftpflicht: Im PJ-Rahmen der Klinik abgesichert, eigene Berufshaftpflicht noch nicht nötig
- Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt beantragen: Gesundheitsstand im Studium ist ideal, Beiträge sind am niedrigsten
Ausführliche Antwort
PJ-Studierende sind als Immatrikulierte versicherungsrechtlich noch Studenten. Die Krankenversicherung läuft bis zum Ende des Semesters: Wer über die Eltern familienversichert ist (kostenlos möglich bis 25 Jahre bei eigenem Einkommen unter 505 Euro monatlich), sollte prüfen, ob das PJ-Stipendium (meistens 350 bis 500 Euro monatlich) diese Grenze überschreitet.
Die haftungsrechtliche Situation im PJ ist klar: PJ-Studierende handeln unter direkter Aufsicht und im Rahmen des Klinikbetriebs. Die Berufshaftpflicht des Krankenhauses deckt reguläre PJ-Tätigkeiten ab. Eine eigene Police ist erst ab der Approbation notwendig. Wer jedoch im PJ bereits Gutachten, Honorararzteinsätze oder andere ärztliche Tätigkeiten außerhalb der Klinik übernimmt, sollte prüfen, ob dieser Schutz noch greift.
Der wichtigste Versicherungsschritt im PJ ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit 24 bis 26 Jahren und einem (hoffentlich) einwandfreien Gesundheitszustand sind die Beiträge so niedrig wie nie. Eine BU-Rente von 2.000 Euro monatlich kostet für Medizinstudenten ca. 50 bis 80 Euro monatlich. Wer wartet, bis er als Assistenzarzt erste gesundheitliche Beschwerden (z. B. Rückenprobleme durch lange Dienste) entwickelt hat, riskiert Ausschlüsse oder deutlich höhere Prämien.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzteversichert empfiehlt PJ-Studierenden, spätestens 3 Monate vor Abschluss des PJ eine Beratung zur umfassenden Absicherung als Assistenzarzt zu buchen, damit alle Verträge zum Approbationsdatum nahtlos beginnen können.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Approbation und PJ
- GKV-Spitzenverband – Studentenversicherung
- PKV-Verband – Berufseinsteiger
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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