Versicherer teilen Berufe in Risikoklassen ein, um das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko zu bepreisen. Ärzte werden je nach Fachrichtung und Tätigkeit unterschiedlichen Klassen zugeordnet, was erhebliche Auswirkungen auf Beitragshöhe und Leistungsbedingungen hat.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ärzte werden je nach körperlicher Belastung in Risikoklassen A bis D eingestuft
- Chirurgen und Anästhesisten zahlen höhere Prämien als rein beratend tätige Ärzte
- Berufsbezeichnung bei Antragstellung entscheidet über die Einstufung
Ausführliche Antwort
Versicherungsgesellschaften klassifizieren Berufe üblicherweise in vier bis fünf Gruppen. Ärzte mit überwiegend körperlicher oder risikoreicher Tätigkeit wie Chirurgen, Orthopäden und Anästhesisten werden in höhere Klassen eingestuft, was monatliche Beiträge von 200 bis 400 Euro für eine BU-Rente von 3.000 Euro bedeuten kann. Ärzte in rein wissenschaftlicher oder beratender Tätigkeit kommen auf deutlich günstigere Prämien von 80 bis 150 Euro monatlich.
Die konkrete Einstufung hängt davon ab, welche Tätigkeit bei Antragstellung als Haupttätigkeit angegeben wird. Ein Allgemeinmediziner, der überwiegend Sprechstunden abhält und keine operativen Eingriffe durchführt, wird günstiger eingestuft als ein Facharzt für Handchirurgie. Wichtig: Die Einstufung gilt für die gesamte Vertragslaufzeit, auch wenn sich die Tätigkeit ändert, solange dies dem Versicherer nicht gemeldet wird.
Einige Anbieter wie Nürnberger, Swiss Life und Allianz bieten spezielle Ärzte-Tarife an, die günstigere Risikoklassen für bestimmte Fachrichtungen ermöglichen. Ein Tarifvergleich lohnt sich, da der Beitragsunterschied zwischen zwei Anbietern bei gleicher Leistung bis zu 40 Prozent betragen kann.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Die Risikoklasse wird einmalig bei Antragstellung festgelegt. Ärzteversichert vergleicht für jeden Arzt die individuell günstigsten Tarife und stellt sicher, dass die Berufsbezeichnung optimal und korrekt angegeben wird, um von den besten Konditionen zu profitieren.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- BaFin – Versicherungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →