Die Dermatologie ist eine der wirtschaftlich attraktivsten niedergelassenen Fachrichtungen, da sie eine Kombination aus Kassenmedizin, ästhetischer Dermatologie und allgemeiner Hautpflege bietet. Die Praxisgründung erfordert jedoch eine sorgfältige Planung, da die Investitionskosten erheblich und die KV-Zulassungsbedingungen teils restriktiv sind.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dermatologen benötigen einen Kassensitz (oder eine Praxisgründungsgenehmigung in unterversorgten Gebieten) für die Kassenabrechnung
  • Der Investitionsbedarf für Laser- und Lichtgeräte (IPL, Laser, PDT) liegt bei 100.000 bis 400.000 Euro bei modernem Ausstattungsstandard
  • Ästhetische Leistungen (Botox, Filler, Laserbehandlungen) werden nicht über die KV abgerechnet und erfordern separate Preisgestaltung und Aufklärungsformulare

Ausführliche Antwort

Eine dermatologische Praxisgründung beginnt mit der Klärung des Kassensitzes bei der zuständigen KV. In vielen städtischen Gebieten sind dermatologische Planungsbereiche überversorgt, was die Zulassung erschwert. Alternativen sind die Übernahme einer bestehenden Praxis, die Gründung als MVZ oder die Tätigkeit in einem Medizinischen Versorgungszentrum als Angestellter.

Der Businessplan sollte die Anfangsinvestitionen (Praxisausstattung, Geräte, Umbaukosten), die Anlaufkosten (Personal, Miete für 6 bis 12 Monate ohne Vollauslastung) und eine realistische Umsatzprognose umfassen. Für ästhetische Leistungen ist wichtig: Das HWG verbietet Vorher-Nachher-Fotos in der Werbung, und Preisgestaltung sowie Aufklärung müssen sorgfältig dokumentiert sein. Eine Erweiterung auf ästhetische Dermatologie erhöht auch den Versicherungsbedarf (erweiterte Berufshaftpflicht für ästhetische Eingriffe).

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Dermatologen mit ästhetischem Schwerpunkt sollten bereits bei der Praxisgründung prüfen, ob die Berufshaftpflicht alle geplanten Behandlungen abdeckt. Ärzteversichert hat Erfahrung mit dem spezifischen Versicherungsbedarf ästhetisch tätiger Dermatologen und empfiehlt passende Deckungskonzepte.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →