Immobilienfonds ermöglichen Ärzten, an Immobilienmärkten zu partizipieren, ohne selbst Eigentümer zu werden oder sich um Verwaltung zu kümmern. Sie eignen sich als Ergänzung zum Versorgungswerk und bieten eine gewisse Inflationsabsicherung, unterscheiden sich aber in Risikostruktur und Liquidität deutlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Offene Immobilienfonds sind börsentäglich handelbar, geschlossene Fonds binden Kapital über 10 bis 20 Jahre
  • Offene Immobilienfonds unterliegen der Regulierung durch das KAGB und werden von der BaFin überwacht
  • Dividendenähnliche Ausschüttungen sind teilweise steuerprivilegiert durch den Grundbetrag nach § 20 InvStG

Ausführliche Antwort

Offene Immobilienfonds investieren in ein breites Portfolio aus Gewerbe- und Wohnimmobilien und erzielen durchschnittliche Renditen von 2 bis 4 % jährlich (Stand 2025). Sie sind täglich über die Fondsgesellschaft oder Börse handelbar, allerdings sehen die meisten Anbieter eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Rückgabefrist von 12 Monaten vor. Große Anbieter in Deutschland sind Deka Immobilien, DWS und Union Investment.

Geschlossene Immobilienfonds bündeln Kapital für ein einzelnes Projekt, etwa ein Pflegeheim, ein Ärztehaus oder ein Logistikzentrum. Das investierte Kapital ist über die Laufzeit, meist 10 bis 20 Jahre, gebunden. Die Renditeerwartungen sind mit 4 bis 7 % höher, aber das Risiko eines Totalverlusts besteht, wenn das Projekt scheitert. Für Ärzte mit hohem Einkommen und Interesse an steuerlicher Optimierung durch Abschreibungen können geschlossene Fonds interessant sein.

Steuerlich werden Erträge aus Immobilienfonds in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungssteuer von 25 % unterworfen. Die sogenannte Teilfreistellung nach § 20 InvStG befreit 60 % der Ausschüttungen von Immobilienfonds von der Besteuerung.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte sollten Immobilienfonds nicht als Ersatz für Liquiditätsreserve nutzen, da Rückgaben an offene Fonds bei Marktkrisen ausgesetzt werden können. Ärzteversichert empfiehlt, Immobilienfonds als Beimischung im Gesamtportfolio zu betrachten und den Anteil auf maximal 20 bis 30 % des investierten Vermögens zu begrenzen.

Quellen und weiterführende Informationen

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