PKV-Beiträge steigen über die Lebenszeit, weil sie risikobasiert kalkuliert werden und von Faktoren wie medizinischem Fortschritt, Leistungsausgaben und Zinsniveau abhängen. Im Gegensatz zur GKV orientiert sich der Beitrag nicht am Einkommen, sondern an Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. Ärzte sollten die Beitragsdynamik langfristig in ihre Finanzplanung einbeziehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • PKV-Beiträge können nach § 203 VVG bei veränderter Rechnungsgrundlage angepasst werden
  • Beitragserhöhungen der letzten Jahre lagen in der Regel zwischen 3 und 8 Prozent pro Jahr
  • Altersrückstellungen mildern den Beitragsanstieg im Alter, sind aber nicht übertragbar beim Tarifwechsel zu einem anderen Anbieter

Ausführliche Antwort

Die Beitragskalkulation in der PKV basiert auf versicherungsmathematischen Grundlagen: Eintrittsalter, erwartete Lebenserwartung, Leistungsausgaben und der Rechnungszins. Steigen die tatsächlichen Leistungsausgaben über die kalkulierten Werte, darf der Versicherer nach § 203 VVG die Prämie erhöhen. Ein unabhängiger Treuhänder muss jede Erhöhung prüfen und genehmigen. In den vergangenen Jahren haben die meisten privaten Krankenversicherer mehrfach signifikante Beitragserhöhungen umgesetzt.

Junge Versicherungsnehmer bauen in der PKV Altersrückstellungen auf, die den Beitragsanstieg im Alter bremsen sollen. Diese Rückstellungen verfallen jedoch beim Wechsel zu einem anderen Anbieter. Lediglich ein Basistarif-Anteil ist nach § 204 VVG portierbar. Innerhalb desselben Unternehmens können Versicherungsnehmer nach § 204 VVG in günstigere Tarife wechseln, ohne neue Gesundheitsprüfung und unter Mitnahme der Altersrückstellungen. Diese Möglichkeit wird in der Praxis zu wenig genutzt.

Ärzte als PKV-Versicherungsnehmer können ihren Beitrag durch die Wahl eines höheren Selbstbehalts (Selbstbehalttarif) senken. Eine Selbstbeteiligung von 1.000 bis 2.000 Euro jährlich reduziert den Monatsbeitrag oft um 100 bis 200 Euro. Zudem sollte regelmäßig geprüft werden, ob der bestehende Tarif noch zur aktuellen Lebenssituation passt und ob ein tarifinterner Wechsel wirtschaftlich sinnvoll ist.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte mit höherem Einkommen unterschätzen häufig, wie stark PKV-Beiträge im Alter steigen können, wenn keine Altersrückstellungen und kein Beihilfeanspruch vorhanden sind. Ärzteversichert berät bei der langfristigen PKV-Optimierung und prüft, ob ein Tarifwechsel innerhalb des bestehenden Versicherers die Beitragslast deutlich reduzieren kann.

Quellen und weiterführende Informationen

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