Radiologische Praxen und Institute sind durch ihr hochpreisiges Equipment in einer Sonderposition: MRT-Geräte, CT-Scanner und Röntgenanlagen kosten mehrere hunderttausend Euro und erfordern spezifische Versicherungslösungen, die über eine normale Praxisinventarversicherung hinausgehen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein MRT-Gerät kostet je nach Feldstärke und Ausstattung zwischen 600.000 und 1,5 Millionen Euro, was eine Elektronik- und Maschinenbruchversicherung unverzichtbar macht
- Leasing ist die häufigste Finanzierungsform für Großgeräte in der Radiologie; die monatlichen Leasingraten von 5.000 bis 15.000 Euro müssen bei Geräteausfall durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt sein
- Die Berufshaftpflicht für Radiologen muss die spezifischen Risiken bei bildgebenden Untersuchungen abdecken, insbesondere bei Befundübersehungsrisiken
Ausführliche Antwort
Radiologen als niedergelassene Ärzte oder als Betreiber eines radiologischen Zentrums müssen ihre Geräteinvestition auf zwei Ebenen absichern. Auf der Sachebene schützt eine Elektronikversicherung vor technischen Defekten und Schäden an MRT, CT und Röntgenanlagen. Auf der Ertragsebene schützt eine Ertragsausfallversicherung vor den finanziellen Folgen eines längeren Geräteausfalls: Bei einem ausgefallenen MRT-Gerät können wöchentliche Einnahmeverluste von 20.000 bis 50.000 Euro entstehen.
Die Finanzierung über Leasing oder Bankkredite erfordert in der Regel eine Vollkaskoabsicherung des Geräts als Bedingung des Leasinggebers. Der Investitionszyklus für bildgebende Geräte liegt bei sieben bis fünfzehn Jahren, weshalb Investitionspläne langfristig aufgestellt werden sollten.
Worauf Radiologen bei Investitionen und Versicherung besonders achten sollten
Ärzteversichert empfiehlt, bei der Finanzierung radiologischer Großgeräte immer auch die Versicherungskosten in die Kalkulation einzubeziehen. Eine Elektronikversicherung für ein MRT-Gerät kostet typischerweise 0,3 bis 0,8 Prozent des Gerätewerts jährlich, also 1.800 bis 12.000 Euro pro Jahr.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Investitionsplanung in der Radiologie
- GDV – Elektronikversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →