Die Gründung einer radiologischen Praxis ist eine der kostenintensivsten Praxisgründungen im ambulanten Sektor, da allein die Geräteinvestition (MRT, CT, Röntgen) schnell 1 bis 3 Millionen Euro erreichen kann. Eine sorgfältige Finanzierungsplanung und ein klares Geschäftsmodell sind daher Grundvoraussetzung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Radiologische Kassensitze sind begehrt und in vielen Regionen gesperrt: Übernahme ist oft günstiger als Neugründung
  • Geräteinvestitionsvolumen von 500.000 bis 3 Millionen Euro erfordert Bankfinanzierung mit detailliertem Businessplan
  • Strahlenschutzrechtliche Genehmigungen müssen vor Betriebsaufnahme vorliegen

Ausführliche Antwort

Der erste Schritt zur radiologischen Praxisgründung ist die Klärung der KV-Zulassung: In vielen Planungsbereichen sind radiologische Kassensitze wegen Überversorgung gesperrt. Eine Neuzulassung ist dann nur über Ausnahmeregelungen oder die Übernahme eines bestehenden Kassensitzes möglich. Die KBV und zuständige KV beraten über aktuelle Bedarfssituationen.

Die Finanzierung einer radiologischen Praxis ist die komplexeste im ambulanten Bereich: Ein modernes MRT kostet 600.000 bis 1,5 Millionen Euro, ein CT 300.000 bis 800.000 Euro, dazu kommen Raumausbau für Strahlenschutz (100.000 bis 300.000 Euro), IT-Infrastruktur, PACS-Systeme und erste Betriebsmonate. Gesamtinvestitionen von 1 bis 3 Millionen Euro sind normal. Banken finanzieren solche Projekte, wenn ein überzeugender Businessplan vorliegt, der Umsatzprognosen auf Basis von Fallzahlanalysen und Zuweiserstruktur belegt.

Die strahlenschutzrechtlichen Genehmigungen nach Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und Strahlenschutzverordnung müssen bei der zuständigen Landesbehörde beantragt werden. Dieser Prozess kann 3 bis 9 Monate in Anspruch nehmen und sollte parallel zur Praxis-Planung gestartet werden.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert empfiehlt radiologischen Praxisgründern, bereits in der Planungsphase alle Versicherungsbedarfe zu definieren: Berufshaftpflicht, Betriebsunterbrechung, Elektronikversicherung und Strahlenschutzhaftpflicht müssen aufeinander abgestimmt sein. Besonders die Betriebsunterbrechungsversicherung ist kritisch, da ein MRT-Ausfall innerhalb weniger Tage zu erheblichen Einnahmeausfällen führt.

Quellen und weiterführende Informationen

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