Niedergelassene Kardiologen gehören zu den bestverdienenden Fachärzten in Deutschland. Ihr Durchschnittseinkommen liegt deutlich über dem aller Fachrichtungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Jahresüberschuss niedergelassener Kardiologen beträgt laut KBV-Statistik im Durchschnitt rund 200.000 bis 280.000 Euro vor Steuern.
  • Kardiologische Praxen mit hohem Echokardiografie- und Herzkatheterlabor-Anteil erzielen deutlich höhere Umsätze als reine Beratungspraxen.
  • Der Privatpatientenanteil liegt in der Kardiologie bei durchschnittlich 25 bis 35 Prozent des Gesamtumsatzes.

Ausführliche Antwort

Die KBV-Statistik 2023 weist für Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie einen Durchschnittsumsatz von rund 550.000 Euro aus. Nach Abzug der Praxiskosten von typischerweise 45 bis 55 Prozent verbleibt ein Reinertrag von 250.000 bis 300.000 Euro. Innerhalb der Kardiologie variiert das Einkommen stark: Großpraxen mit Herzkatheterlabor oder MVZ-Struktur erreichen Jahreserträge über 400.000 Euro, während Einzelpraxen mit 20 bis 30 Stunden Sprechzeit pro Woche eher 150.000 bis 200.000 Euro erzielen.

Besonders einflussreich auf das Einkommen sind Zusatzleistungen wie 24-Stunden-Langzeit-EKG, Stressechokardiografie und Schrittmacher-Kontrollen, die nach EBM und GOÄ honoriert werden. Der Einsatz moderner diagnostischer Geräte erhöht die Vergütung und die Patientenzufriedenheit.

Die Niederlassung über ein MVZ bietet Kardiologen die Möglichkeit, als angestellte Ärzte ein Fixgehalt von 120.000 bis 180.000 Euro zu beziehen, ohne das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis zu tragen.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzteversichert weist darauf hin, dass ein hohes Einkommen in der Kardiologie auch einen hohen Absicherungsbedarf bedeutet. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente von mindestens 5.000 Euro monatlich ist Pflicht, und die Berufshaftpflicht sollte bei invasiven Eingriffen besonders hohe Deckungssummen aufweisen.

Quellen und weiterführende Informationen

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