Niedergelassene Orthopäden und Unfallchirurgen erzielen im Durchschnitt ein Jahresbruttoeinnahmen von ca. 350.000 bis 500.000 Euro. Nach Abzug der Praxiskosten von typischerweise 45 bis 55 Prozent verbleibt ein Gewinn von rund 160.000 bis 260.000 Euro. Die genaue Höhe hängt stark von Praxisstandort, Kassensitz, privatärztlichem Anteil und operativen Leistungen ab.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Durchschnittlicher Jahresgewinn niedergelassener Orthopäden: ca. 180.000 bis 250.000 Euro
- Praxen mit operativem Schwerpunkt oder eigenem ambulantem OP erzielen höhere Einnahmen
- Privatliquidation nach GOÄ hebt das Einkommen besonders in städtischen Gebieten an
Ausführliche Antwort
Laut Auswertungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gehören Orthopäden und Unfallchirurgen zu den Fachärzten mit überdurchschnittlichem Praxisumsatz. Die Einnahmen setzen sich zusammen aus dem EBM-Honorar der KV, privatärztlichen Leistungen nach GOÄ sowie Sonderleistungen wie IGEL, Sportmedizin oder speziellen Gelenkinjektionen. Für die Abrechnung orthopädischer Leistungen ist eine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung oder ein Ermächtigungsauftrag erforderlich.
Ein besonderer Einkommenshebel ist die ambulante Operationstätigkeit: Orthopäden mit eigenem ambulantem OP oder Mitgliedschaft in einer Operationsgemeinschaft können arthroskopische Eingriffe ambulant abrechnen und erzielen deutlich höhere Quartalsumsätze. Hierfür gelten besondere Anforderungen gemäß der Vereinbarung zur ambulanten Durchführung stationärer Operationen nach § 115b SGB V.
Regional bestehen erhebliche Einkommensunterschiede. In Großstädten ist der Privatpatientenanteil höher, während in ländlichen Regionen oft ein Versorgungsauftrag mit gesicherter Nachfrage besteht, dafür aber kaum Privatpatienten. Standortanalyse und Businessplanung vor der Niederlassung sind deshalb entscheidend.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Das Einkommensniveau eines niedergelassenen Orthopäden erfordert eine entsprechend dimensionierte Altersvorsorge und Absicherung. Ärzteversichert empfiehlt, frühzeitig eine auf das Einkommensniveau abgestimmte Berufsunfähigkeitsversicherung sowie eine Versorgungswerkoptimierung zu prüfen, damit hohe Einkommen auch im Alter und bei Krankheit gesichert bleiben.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Honorarbericht
- Bundesärztekammer – Ärztestatistik
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →