Ärzte, die sich dem Ruhestand nähern, stehen vor einer besonderen finanziellen Situation: Praxisabgabe, Übergangsphase und die Umstellung auf Versorgungswerksrente erfordern eine gut geplante Liquiditätsreserve. Experten empfehlen, neben der Altersvorsorge einen Notgroschen von mindestens sechs bis zwölf Netto-Monatsausgaben liquide vorzuhalten. Wer rechtzeitig plant, vermeidet finanzielle Engpässe während des Übergangs.
Hintergrund
Niedergelassene Ärzte verfügen kurz vor dem Ruhestand oft über ein komplexes Vermögensgefüge aus Praxiswert, Immobilien und Versorgungswerksansprüchen. Die Zeit zwischen Praxisabgabe und erstem Renteneingang des Versorgungswerks kann mehrere Monate betragen, in denen laufende Kosten aus eigenen Mitteln bestritten werden müssen. Unvorhergesehene Kosten wie Steuervorauszahlungen, Praxisübergabekosten oder gesundheitliche Ausgaben erhöhen den Bedarf zusätzlich. Das Deutschen Ärzteversicherung und unabhängige Finanzberater empfehlen, spätestens fünf Jahre vor dem Ruhestand mit der Liquiditätsplanung zu beginnen. Auch die Absicherung biometrischer Risiken wie Pflegebedürftigkeit gewinnt in dieser Phase an Bedeutung.
Praktische Hinweise für Ärzte
Erstellen Sie eine detaillierte Haushaltsrechnung für die Ruhestandsphase und leiten Sie daraus Ihren monatlichen Bedarf ab. Halten Sie einen Puffer von sechs bis zwölf Monaten auf einem gut verzinsten Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Koordinieren Sie die Liquiditätsplanung eng mit Steuerberater und Versorgungswerk, um Steuervorteile beim Praxisverkauf optimal zu nutzen. Überprüfen Sie bestehende Lebensversicherungen und Rentenverträge auf Auszahlungsoptionen.
Unerwartete Kosten im Übergang in den Ruhestand können erheblich sein. Ärzteversichert hilft Ärzten, alle relevanten Versicherungsverträge auf die neue Lebenssituation anzupassen und finanzielle Lücken zu schließen.
Quellen
- Bundesärztekammer: Versorgungswerke der Ärzte
- Deutsche Rentenversicherung: Übergang in den Ruhestand
- Stiftung Warentest: Geldanlage im Alter
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