Die Höhe der BU-Rente bei der Tarifauswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Absicherung der Arbeitskraft. Für Ärzte gilt als Faustregel: Die BU-Rente sollte 70 bis 80 % des monatlichen Nettoeinkommens abdecken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Richtwert gilt: BU-Rente mindestens 70 % des aktuellen Nettoeinkommens
  • Für Assistenzärzte mit 3.500 Euro netto empfehlen sich 2.500 bis 3.000 Euro monatliche BU-Rente
  • Die Nachversicherungsgarantie ermöglicht spätere Erhöhung der BU-Rente ohne neue Gesundheitsprüfung

Ausführliche Antwort

Bei der Tarifauswahl müssen Ärzte die Höhe der vereinbarten BU-Rente sorgfältig an ihre aktuelle Einkommenssituation anpassen. Ein Assistenzarzt mit 4.200 Euro Bruttogehalt (ca. 2.900 Euro netto) sollte eine BU-Rente von mindestens 2.000 bis 2.500 Euro vereinbaren. Ein niedergelassener Facharzt mit 8.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen benötigt idealerweise 5.500 bis 6.500 Euro monatliche BU-Rente.

Dabei ist zu beachten, dass im Berufsunfähigkeitsfall Krankenversicherungsbeiträge, Rentenversicherungsbeiträge und ggf. Praxiskosten weiterhin anfallen. Insbesondere Selbständige müssen ihre Fixkosten bei der BU-Rentenhöhe einkalkulieren.

Die maximale versicherbare BU-Rente ist je nach Versicherer auf 60 bis 80 % des aktuellen Bruttoeinkommens begrenzt. Für junge Ärzte, deren Einkommen noch steigen wird, ist eine Nachversicherungsgarantie besonders wertvoll: Sie erlaubt Erhöhungen der versicherten BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung bei Gehaltssteigerungen, Approbation oder Niederlassung.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte sollten die BU-Rente nicht nach dem günstigsten Preis, sondern nach dem tatsächlichen Absicherungsbedarf ausrichten. Ärzteversichert berechnet den individuellen Bedarf auf Basis des aktuellen Einkommens und der Karrierestufe und hilft dabei, den passenden Tarif mit sinnvoller Rentenhöhe zu finden.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Auswahl des richtigen BU-Tarifs ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Arztleben. Nicht der günstigste Beitrag, sondern das beste Bedingungswerk entscheidet über den Schutz im Ernstfall.

Hintergrund

Folgende Kriterien sind bei der BU-Tarifauswahl für Ärzte entscheidend:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf nicht auf andere Berufe verweisen. Nur der zuletzt ausgeübte Arztberuf ist maßgeblich.
  • BU-Definition: Die 50-Prozent-Klausel muss klar definiert sein. Bessere Tarife leisten schon bei 50 Prozent Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit.
  • Nachversicherungsgarantie: Ohne erneute Gesundheitsprüfung sollte die BU-Rente bei Lebensänderungen erhöht werden können.
  • Leistungsquote: Anbieter veröffentlichen Leistungsquoten, die zeigen, wie häufig Anträge anerkannt werden. Quoten über 75 Prozent gelten als gut.
  • Empfehlenswerte Anbieter: Swiss Life, LV 1871, Hannoversche und Allianz werden in unabhängigen Tests regelmäßig gut bewertet.

Auch die Bonitätsbewertung des Versicherers ist relevant: Ein Versicherer muss in 20 bis 40 Jahren noch zahlungsfähig sein.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Bedingungswerk vor Beitrag: Lesen Sie die Bedingungen, bevor Sie den Beitrag vergleichen. Ein günstiger Tarif mit schlechten Bedingungen ist im Leistungsfall wertlos.
  2. Unabhängige Ratings prüfen: Morgen & Morgen, Franke & Bornberg und Stiftung Warentest bewerten BU-Tarife regelmäßig. Wählen Sie nur Tarife mit Bestnoten.
  3. Kombination aus Beitrag und Bedingungen optimieren: Ärzteversichert findet über den Marktvergleich den Tarif mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für Ihr Fachgebiet.
  4. Langfristige Stabilität prüfen: Wählen Sie Versicherer mit starkem Rating (AM Best, Standard & Poors) und langer Marktpräsenz.

Quellen

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