KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist der sichere E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur für Arztpraxen, Krankenhäuser und weitere Leistungserbringer. Die Implementierung ist seit 2021 für Vertragsarztpraxen verpflichtend und ermöglicht den sicheren Versand von Arztbriefen, Befunden und Überweisungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- KIM ist Pflicht für alle Vertragsarztpraxen seit 01.07.2021, Honorarabzüge bei Nichtanbindung
- Kosten: Einmalkosten ca. 100 bis 300 Euro für KIM-Modul plus monatliche Betriebskosten ca. 10 bis 25 Euro
- Kompatibles PVS und aktueller TI-Konnektor sind Voraussetzungen für die KIM-Nutzung
Ausführliche Antwort
KIM funktioniert als Ende-zu-Ende-verschlüsselter E-Mail-Dienst innerhalb der Telematikinfrastruktur. Nachrichten werden über den TI-Konnektor verschlüsselt und können nur von berechtigten TI-Teilnehmern gelesen werden. Dies ermöglicht den rechtskonformen Versand von Patientendaten, die per regulärer E-Mail nicht versendet werden dürfen.
Die technische Implementierung erfordert folgende Komponenten: einen aktuellen TI-Konnektor (Gematik-zugelassen), ein kompatibles Praxisverwaltungssystem mit KIM-Modul (die meisten PVS-Anbieter haben KIM integriert), eine KIM-Adresse beim Anbieter (z. B. KV-SafeMail, Telekom, Arvato) und einen eHBA (elektronischen Heilberufsausweis) der behandelnden Ärzte. Die KIM-Adresse wird im Verzeichnisdienst (VZD) der Gematik registriert und ist für andere TI-Teilnehmer auffindbar.
Der Einrichtungsaufwand liegt bei 2 bis 4 Stunden mit Unterstützung des IT-Dienstleisters oder PVS-Supports. Praxen, die noch keinen aktuellen Konnektor haben, müssen diesen zunächst erneuern. Nach der Einrichtung lässt sich KIM nahtlos aus dem PVS heraus nutzen: Arztbriefe können direkt als KIM-Nachricht versendet werden, ohne die gewohnte Arbeitsumgebung zu verlassen.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Ärzteversichert empfiehlt Praxen, im Rahmen der TI-Anbindung auch die Cyberversicherung zu überdenken. Je mehr Kommunikation über digitale Kanäle läuft, desto größer wird das Risiko durch Phishing, Ransomware und Datenpannen. Eine Cyberversicherung speziell für Arztpraxen deckt Schäden durch Datenverlust, Betriebsunterbrechung und Haftpflichtansprüche bei Datenschutzverstößen ab.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – KIM und TI
- Bundesgesundheitsministerium – Telematikinfrastruktur
- GKV-Spitzenverband – Digitalisierung in der Versorgung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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