Praxis-Bewertungsportale wie Jameda, Google Maps oder Doctolib sind für Ärzte ein zweischneidiges Schwert: Sie erhöhen die Sichtbarkeit und helfen Patienten bei der Arztauswahl, können aber durch negative oder gefälschte Bewertungen auch Schaden anrichten. Ein strukturierter Umgang schützt die Reputation.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ärzte können auf Bewertungsportalen ein verifiziertes Profil anlegen und aktiv gestalten
  • Negative Bewertungen dürfen nur gelöscht werden, wenn sie nachweislich falsch sind oder das Patientengeheimnis verletzen
  • DSGVO-Anforderungen gelten auch für das öffentliche Antworten auf Bewertungen

Ausführliche Antwort

Der erste Schritt ist die Beanspruchung bestehender Profilseiten auf den wichtigsten Plattformen. Viele Profile existieren bereits auf Basis öffentlicher Arztregister, ohne dass der Arzt sie angelegt hat. Durch Verifikation erhält die Praxis Kontrolle über Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Fachgebiet und Fotos. Ein gepflegtes Profil mit vollständigen Informationen erhöht das Vertrauen potenzieller Patienten.

Beim Umgang mit Bewertungen gilt: Sachliche negative Kritik sollte professionell und ohne Preisgabe von Patientendaten beantwortet werden. Die DSGVO verbietet es, in öffentlichen Antworten zu bestätigen, dass jemand Patient war oder Details zur Behandlung zu nennen. Antworten dürfen allgemein auf Qualitätsstandards hinweisen. Für offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen besteht ein Löschungsanspruch nach dem Recht auf Gegendarstellung und den Portalbedingungen.

Aktives Reputationsmanagement umfasst die Aufforderung zufriedener Patienten zur Bewertung, was datenschutzrechtlich zulässig ist, solange die Aufforderung nicht mit einem Vorteil verknüpft wird. Rechtliche Schritte bei Rufschädigung greifen über das UWG und BGB.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Rufschädigende Falschbewertungen können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Ärzteversichert empfiehlt Ärzten, bei ihrer Rechtsschutzversicherung auf Abdeckung von Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet zu achten, da die Verfolgung solcher Ansprüche schnell mehrere tausend Euro an Anwaltskosten verursacht.

Quellen und weiterführende Informationen

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