Die Einführung von Telemedizin in einer Arztpraxis ist kein großes IT-Projekt, kann aber strukturierte Vorbereitung erfordern. Von der Wahl der richtigen Plattform über die Anpassung von Abläufen bis zur korrekten Abrechnung: Wer die Implementierung systematisch angeht, kann Telemedizin schnell und effizient einsetzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • KBV-zertifizierte Video-Sprechstunden-Anbieter (Doctolib, TeleClinic, jameda) sind Pflicht für die Kassenabrechnung
  • Datenschutz: Alle Anbieter müssen einen DSGVO-konformen Auftragsverarbeitungsvertrag anbieten
  • Die Einführung dauert bei guter Vorbereitung vier bis acht Wochen, inkl. Schulung des Praxisteams

Ausführliche Antwort

Der erste Schritt bei der Implementierung ist die Auswahl eines KBV-zertifizierten Videodienstanbieters. Die KBV veröffentlicht eine aktuelle Liste zugelassener Anbieter. Populäre Optionen sind Doctolib, jameda-Video, TeleClinic und visavis. Die Integration in das Praxisverwaltungssystem (PVS) ist bei einigen Anbietern direkt möglich, bei anderen erfordert sie eine separate Terminverwaltung.

Technisch benötigt die Praxis eine stabile Internetverbindung (mindestens 10 Mbit/s synchron), eine Webcam und ein Headset für den Arzt sowie gut ausgeleuchtete Räumlichkeiten. Das Praxispersonal muss geschult werden, Patienten für die Video-Sprechstunde zu buchen und vorzubereiten. Eine Einverständniserklärung der Patienten ist empfehlenswert, auch wenn nicht zwingend vorgeschrieben. Die Abrechnungsmodalitäten (GOP 01439 für Kassenleistungen) sollten im PVS entsprechend hinterlegt werden.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Bei der Implementierung von Telemedizin sollte auch die Cyber-Versicherung aktualisiert werden, da eine neue digitale Infrastruktur auch neue Angriffsflächen schafft. Ärzteversichert berät zur passenden Cyber-Absicherung für telemedizinisch tätige Praxen.

Quellen und weiterführende Informationen

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