Der Klimawandel verändert das Spektrum gesundheitlicher Risiken: Hitzewellen, neue Infektionskrankheiten und verschlechterte Luftqualität führen zu neuen Patientengruppen und Erkrankungsbildern. Ärzte, die sich frühzeitig mit klimabezogenen Gesundheitsrisiken auseinandersetzen, können neue Beratungsleistungen anbieten und zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Thema beitragen. Klimamedizin entwickelt sich zu einem eigenständigen Schwerpunktbereich.
Hintergrund
Die WHO bezeichnet den Klimawandel als die größte Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts. Hitzebedingte Erkrankungen, die Ausbreitung von Tropenkrankheiten und zunehmende Atemwegserkrankungen durch Pollenflug und Luftverschmutzung sind bereits in Deutschland spürbar. Das Bundesgesundheitsministerium hat im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie Maßnahmen zur klimabedingten Gesundheitsanpassung verabschiedet. Allergologen, Pneumologen und Internisten sind besonders gefragt, wenn es um klimabedingte Erkrankungen geht. Forschungsförderung für klima- und gesundheitsbezogene Projekte nimmt durch EU-Mittel kontinuierlich zu.
Praktische Hinweise für Ärzte
Bauen Sie Expertise in klimabezogenen Erkrankungen auf, zum Beispiel durch Fortbildungen zu Hitzestress, Tropenkrankheiten oder allergologischen Erkrankungen. Beraten Sie vulnerable Patientengruppen wie Ältere und Kinder zu klimabedingten Gesundheitsrisiken. Engagieren Sie sich in kommunalen Hitzeschutzplänen und öffentlichen Gesundheitsnetzwerken. Nutzen Sie Forschungsförderungen für klimabezogene Praxisforschung.
Neue Beratungsleistungen können neue Haftungsrisiken mit sich bringen. Ärzteversichert hilft Ärzten, ihren Versicherungsschutz an erweiterte Tätigkeitsbereiche anzupassen.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit: Klimawandel und Gesundheit
- Robert Koch-Institut: Klimawandel und Infektionskrankheiten
- Umweltbundesamt: Gesundheit und Klimawandel
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